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© DarkoNS/Getty Images/iStock
Ambrosia artemisiifolia dringt bereits ins oberösterreichische Alpenvorland ein.
 
Immunologie 12. September 2016

Reizendes aus Ungarn

Ragweed. Die Blüte des Traubenkrauts hat in den südöstlichen Nachbarländern Österreichs bereits begonnen. Südostwinde haben mit dem Ferntransport von dort frei gesetzten Ragweedpollen auch hierzulande für Belastung gesorgt. Im Laufe dieser Woche hat nun auch die lokale Blüte eingesetzt, die die Belastung rasch ansteigen lässt. Allergiker sollten daher heuer die aktuelle Pollenflugprognose besonders aufmerksam verfolgen.

Im Osten Österreichs reagieren etwa 25 bis 30 Prozent der Pollenallergiker auf Ragweed. Die Blüte des Beifußes kann die Beschwerden verstärken, da beide Pflanzen zur Familie der Korbblütler gehören und eine Kreuzreaktion bestehen kann. Ebenso kann auch zu anderen Pflanzen derselben Familie wie Kamille, Arnika, Margerite, Chrysantheme oder Sonnenblume eine Kreuzreaktion auftreten.

Betroffene Pollenallergiker könnten somit eine besonders belastende Unkrautpollensaison erleben: Die Blüte des Beifußes war überdurchschnittlich und überlappt sich dieses Jahr mit der einsetzenden Ragweedblüte. Die gute Nachricht: Die Hauptblüte des Beifußes ist überstanden, und die Konzentrationen an Beifußpollen in der Luft nehmen ab.

Die Belastung durch Ragweedpollen kommt durch den Ferntransport von Ragweedpollen aus anderen Ländern und die Blüte von lokalen Pflanzen zustande.

„Ragweed hat durch das feuchtwarme Wetter im Sommer ideale Wachstumsbedingungen vorgefunden“, erklärt Katharina Bastl vom Österreichischen Pollenwarndienst der MedUni Wien.

Und weiter: „Dementsprechend gibt es dieses Jahr auch wieder ein häufigeres Vorkommen im Osten Österreichs im Vergleich zum vergangenen Jahr.“

Betroffen von der Ragweedblüte ist der Südosten Österreichs und die Bundesländer Burgenland, Wien, Niederösterreich, Steiermark, Kärnten und Teile Oberösterreichs, hier hat sie sich auch im Alpenvorland etabliert, sagt der Naturschutzbiologe Franz Essl (s.S.17).

Im Schnitt beginnt die Ragweedpollensaison in den betroffenen Regionen Österreichs Mitte August und endet Mitte Oktober. Die Experten des Wiener Pollenwarndienstes schätzen die diesjährige Ragweedpollensaison als überdurchschnittlich ein, da die lokale Belastung wegen der günstigen Wachstumsbedingungen stärker ausfallen wird und zu Beginn der Saison eine Überschneidung mit der ausklingenden Beifußpollensaison stattfindet.

Ferntransport

Entscheidend sind aber auch Ausmaß und Häufigkeit des Ferntransportes, der im August und September die Belastungen mitbestimmen wird. In der Ragweedpollensaison ist es besonders wichtig, die Vorhersageservices des Österreichischen Pollenwarndienstes der MedUni Wien zu nutzen, sagt Bastl, um auch bei Ferntransportereignissen optimal vorbereitet zu sein.

Europaweit muss die Verbreitung von Ragweed im Auge behalten werden. Vor allem in Osteuropa sind die Belastungen erfahrungsgemäß besonders groß. Europakarten finden Sie online auf www.pollenwarndienst.at.

In Zusammenarbeit mit MeteoSchweiz steht diese Saison erstmalig das Prognosemodell COSMO-ART zugeschnitten auf Österreich zur Verfügung ( bit.ly/2cEYteV ).

Pollenwarndienst, Ärzte Woche 37/2016

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