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Cocamidopropylbetain – nein danke!
 
Dermatologie 18. Mai 2014

Vor dem Haarewaschen das Kleingedruckte lesen

Gewisse Shampoos und Duschgels können bei atopischer Dermatitis Reaktionen vom Typ IV auslösen.

Menschen mit atopischer Dermatitis sollten keine Hautpflegeprodukte verwenden, die den Inhaltsstoff Cocamidopropylbetain enthalten. Das Surfactant kann bei dieser Patientengruppe Kontakt-Überempfindlichkeitsreaktionen vom verzögerten Typ auslösen.

Patienten mit atopischer Dermatitis leiden unter einer Störung der Hautbarrierefunktion und neigen zu einer kutanen Hypersensitivität vom verzögerten Typ. Bekannt waren bislang vor allem Überempfindlichkeiten gegenüber Metallallergenen und Formaldehydabspaltern. In einer retrospektiven Analyse wurden nun die Daten von 1.674 Patienten, die sich seit 2001 einem Epikutantest unterzogen hatten, nach weiteren Auffälligkeiten untersucht. Analysiert wurde die Häufigkeit positiver Patch-Tests gegenüber Cocamidopropylbetain (CAPB), Cocamid-Diethanolamid (Kokosfettsäure- DEA) und Amidoamin bei 242 Patienten mit atopischer Dermatitis sowie 1.422 Patienten ohne diese Hauterkrankung.

Rund 15 Prozent der untersuchten Patienten waren Atopiker, darunter deutlich mehr Frauen als Männer (18,1 vs. 9,9%).

Das Ergebnis: Patienten mit atopischer Dermatitis reagierten signifikant häufiger hypersensitiv gegenüber CAPB als Nichtatopiker (3,97 vs. 2,04%). Keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Probandengruppen zeigten sich bei den Reaktionen auf Cocamid-DEA und Amidoamin.

Atopische Patienten auf Allergiegefahr hinweisen

CAPB ist als Surfactant in vielen Shampoos, Wasch- und Duschlotionen sowie Reinigungs- und Pflegeschaum enthalten. Von Seifen und Detergenzien ist bekannt, dass sie die Haut von Atopikern irritieren und die ohnehin geschädigte Hautbarriere weiter negativ beeinflussen können. So kann eine bereits bestehende Irritation die Entwicklung einer allergischen Kontaktdermatitis fördern. Für Cocamid-DEA und Amidoamin zeigten sich zwar keine signifikanten Unterschiede bei den Hautreaktionen von Atopikern und Nichtatopikern, aber es wurde insbesondere bei den Frauen mit atopischer Dermatitis dennoch ein Trend sichtbar, der in einer größeren Testpopulation möglicherweise bestätigt werden kann.

Aufgrund ihrer Ergebnisse empfehlen die Autoren, atopische Patienten auf dieses Problem hinzuweisen und die Verwendung von Produkten mit diesen Inhaltsstoffen einzuschränken.

Originalpublikation: Shaughnessy C et al.: JAAD 2014; 70 (4): 704–708

springermedizin.de, Ärzte Woche 20/2014

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