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Pulmologie 27. August 2013

Asthma: Jedes fünfte Kind später mit mehr Atem

Allergie auf Tierhaare und schwere Symptome ergeben schlechtere Prognose

Eine schwedische Studie zeigt: Ob Asthma bei Kindern bleibt oder mit dem Erwachsen werden verschwindet, hängt von drei Faktoren ab.
Die Longitudinalstudie von Dr. Martin Andersson und Mitarbeitern aus der Umeå-Universität in Schweden beruht auf Daten von 3.431 Kindern aus Nordschweden.

Daraus hatten die Forscher 248 Kinder herausgefiltert, die im Alter zwischen sieben und acht Jahren an Asthma litten. Diese wurden bis zu einem Alter von 19 Jahren jährlich per Fragebogen nachverfolgt; letztlich standen die Daten von 205 Teilnehmern für die Auswertung zur Verfügung (Pediatrics 2013; online July 29).
Das Ergebnis: Am Studienende befanden sich 21% in Remission: Die Betreffenden hatten mindestens drei Jahre lang keine Asthmamedikamente mehr benötigt und keine typischen Atembeschwerden ("wheezing") gezeigt. Bei 41% hatte das Asthma dagegen persistiert, das heißt, in wenigstens acht aufeinanderfolgenden Befragungen waren Atembeschwerden oder die Einnahme von Asthmamedikamenten berichtet worden. Für die restlichen 38% traf weder das eine noch das andere zu, die Symptome kamen und gingen, ohne dass definitionsgemäß ein persistierendes Asthma vorlag.

Asthma-Score ≥ 2 mindert Chance auf Remission

Wer im Alter von sieben oder acht Jahren im Prick-Test positiv auf Tierhaare reagiert hatte, hatte deutlich schlechtere Chancen auf eine Remission als Kinder ohne entsprechende Sensibilisierung (Odds Ratio, OR: 0,14). Ein deutlicher Zusammenhang wurde auch für den Asthmaschweregrad gefunden: Bei einem Asthma-Score von 2 und darüber war eine Remission wesentlich unwahrscheinlicher als bei Werten unterhalb dieser Schwelle (OR 0,19).

Von den Kindern, die im Grundschulalter beide Belastungsfaktoren aufwiesen, litten 82% auch noch mit 19 Jahren unter persistierenden Asthmasymptomen. Bei Jungen schien sich die Erkrankung häufiger zurückzuziehen als bei Mädchen. Während im Grundschulalter deutlich mehr Jungen betroffen waren, lag die Wahrscheinlichkeit für ein inaktives Asthma im Alter von 19 Jahren bei den männlichen Teilnehmern mehr als doppelt so hoch als bei den jungen Frauen (OR 2,36).

Luftqualität unerheblich für die Prognose

Dagegen war es für die Prognose unerheblich, ob die Jugendlichen in einer feuchten oder trockenen Wohnung gelebt hatten, ob sie in frischer Landluft oder in der Stadt aufgewachsen waren und ob Asthmaerkrankungen in der Familie lagen.

Auf den ersten Blick paradox erschien den Forschern der Zusammenhang mit den Rauchgewohnheiten der Eltern: So persistierte das Asthma seltener bei Kindern, deren Mütter in der Schwangerschaft geraucht hatten. Die Eltern von Kindern mit persistierendem Asthma waren zudem häufiger Nichtraucher. Andersson und Kollegen begründen dies damit, dass gerade Eltern mit einem schwer an Asthma erkrankten Kind häufiger mit dem Rauchen aufhören oder gar nicht erst damit anfangen. Rauchen in der Schwangerschaft sei außerdem eher mit nicht allergischem Asthma des Kindes assoziiert, so die Forscher. Dieses tendiere eher zur Remission als die allergische Form.

Die Ergebnisse zeigen, wie wichtig es ist, Kinder und Jugendliche mit Asthma langfristig nachzubeobachten, auch wenn aktuell keine Symptome vorliegen. In der Studie hatten Jugendliche im Alter von 16 oder 17 Jahren mit periodischem oder inaktivem Asthma signifikant höhere FEV1-Werte als ihre Altersgenossen, die unter persistierenden Symptomen litten. Eine bronchiale Hyperreaktivität in diesem Alter war prädiktiv für den Asthmastatus zwei Jahre später.

springermedizin.de/ki, springermedizin.at

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