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Dermatologie 14. September 2011

Einmalhandschuhe schützen wenig

In einer Analyse der Daten des Informationsverbundes Dermatologischer Kliniken (IVDK) haben Dresdner und Göttinger Dermatologen untersucht, welches die häufigsten Allergene sind. Gestoßen sind sie unter anderem auf Gummizusätze in Handschuhen und Formaldehyd.

In die Studie flossen die Daten von 803 weiblichen Reinigungskräften ein. Sie hatten sich zur Abklärung von Ekzemen an eine von 45 dermatologischen Kliniken gewandt, die zum IVDK gehören. 81,6 Prozent der Frauen wiesen berufsbedingte Handekzeme auf, bei 31 Prozent von ihnen wurde eine allergische Kontaktdermatitis diagnostiziert. 19,4 Prozent litten akut an atopischer Dermatitis oder waren früher einmal daran erkrankt gewesen.

Im Vergleich zu Personen ohne berufsbedingte Ekzeme reagierten die Patientinnen im Patchtest häufiger auf Gummizusätze wie Thiuram (11,6 %), Dithio- carbamate (3,4 %) und Mercaptobenzothiazole (1,8 %). Diese Stoffe werden als so genannte Erstarrungsbeschleuniger in der Herstellung von Gummihandschuhen verwendet. Weitere relevante Allergene waren Formaldehyd (3,4 %), Benzalkoniumchlorid (3,5 %) und Glyoxal (3,7 %), die beispielsweise in Desinfektionsmitteln enthalten sind.

Ein Hauptproblem dürfte der verbreitete Gebrauch von Einmalhandschuhen für Putztätigkeiten sein. Diese setzen einerseits größere Mengen an Gummi-Zusatzstoffen frei als wiederverwendbare Schutzhandschuhe. Andererseits sind sie nicht chemikalienresistent. Sogar chirurgische Handschuhe, die üblicherweise aus dickerem Material bestehen als normale Einmalhandschuhe, lassen Formaldehyd nach einer Latenzzeit von 17 bis 67 Minuten passieren. Für Reinigungspersonal empfohlen werden daher dicke, wiederverwendbare Handschuhe mit Baumwollfutter.

Quelle: Liskowsky, J. et al.: Contac Dermatitis

2011; doi: 10.1111/j.1600-0536.2011.01937.x

SpringerMedizin.de , hautnah 3/2011

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