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Foto: photos.com
Das Immunsystem des Ungeborenen wird durch Exposition beeinflusst.
 
Allgemeinmedizin 30. August 2011

Vorprogrammierte Allergie

Die Weichen für das Immunsystem werden bereits vor der Geburt gestellt.

Sind schwangere Frauen Allergenen ausgesetzt, wird dadurch das Allergierisiko des ungeborenen Kindes reduziert. Dies berichtete Prof. Dr. Harald Renz, Universität Marburg, Deutschland, am EAACI-Kongress in Istanbul. „Wir wissen, dass der Ursprung chronischer Entzündungskrankheiten sehr früh im Leben liegt“, so Renz – und „sehr früh“ bedeutet, dass diese Entwicklung schon während der Schwangerschaft beginnt.

Die Hygiene-Hypothese – dass eine zu saubere und sterile Umgebung bei Kindern das Allergierisiko erhöht – wird ja bereits breit diskutiert. Inzwischen zeigt sich aber, dass dieser Einfluss schon vor der Geburt erkennbar ist. Hält sich eine schwangere Frauen in einer mikrobenreichen Umgebung, z. B. einem Kuhstall, auf, kann durch diese Exposition eine Immunantwort in den Luftwegen der werdenden Mutter ausgelöst werden. Diese Immunantwort trägt wiederum zu einem erhöhten Schutz in utero bei, wie Renz erklärte.

Der Kuhstall ist dabei nur als Modellsituation zu verstehen, die Forschern hilft, die Mechanismen zu verstehen, die immunologischen Effekten zugrunde liegen. „Das heißt nun aber nicht, dass jeder auf einem Bauernhof leben muss“, relativierte Renz. Er könne sich aber vorstellen, dass eine Impfung gegen Asthma entwickelt werden könne. Mit einigen Spritzen in der Kindheit wäre man künftig vor der Erkrankung geschützt.

Zum Thema Probiotika meinte er, diese könnten zwar hilfreich sein, doch seien die Arten, die derzeit etwa in Joghurts enthalten sind, zu schwach, um Auswirkungen auf eine zukünftige Allergie zu haben. Stärkere Probiotika könnten sich als vorteilhaft erweisen.

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