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Foto: ©iStockphoto.com/LeventKonuk
Die Einführung von Medikamenten, welche die Bronchien nach einmaliger Inhalation über 24 Stunden offen halten, wird erwartet.
 
Pulmologie 10. Mai 2011

Asthmakontrolle verbessern

Lungenfachärzte setzen auf neue Medikamente.

Anlässlich des von der Globalen Initiative für Asthma (GINA) ausgerufenen Welt-Asthmatages am 3. Mai, der öffentliche Aufmerksamkeit gegenüber Asthma stärken soll, stand die Verbesserung der Kontrolle der Lungenerkrankung im Mittelpunkt der Bemühungen. GINA startete an diesem Tag auch die nächste Phase der Initiative, die Hospitalisierungsrate innerhalb von fünf Jahren um 50 Prozent zu verringern.

 

Jeder fünfte Österreicher leidet an einer allergischen Erkrankung, jeder zwanzigste an Asthma bronchiale, davon betroffen sind also immerhin fünf Prozent der Bevölkerung. Buben leiden häufiger als Mädchen an dieser Atemwegserkrankung, mit der Menarche steigt die Asthmahäufigkeit bei den Mädchen. Verbesserungspotenzial gibt es vor allem bei der Asthmakontrolle.

So gilt es, unterstrich Doz. Dr. Felix Wantke, Leiter des Arbeitskreises „Allergie und Inflammation“ der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP), anlässlich des Welt-Asthmatages, „vor allem die Asthmakontrolle zu verbessern.“

Asthma bronchiale hat viele Ursachen, etwa Feinstaubbelastung, Rauchen, dazu kommen genetische Ursachen oder Hormone. Die Symptome sind Husten und anfallsartige Atemnotattacken. Allerdings, so Wantke: „Ein gut behandelter Asthmatiker ist weitgehend beschwerdefrei, leistungsfähig und voll in den Alltag und das Berufsleben integriert. Die moderne Asthmatherapie zielt auf möglichst große Symptomfreiheit und somit maximale Lebensqualität ab, ohne den Patienten mit Medikamenten ‚vollzustopfen’.“ Leider würden einige Patienten ihre Beschwerden ignorieren oder sich mit ihrem Asthma abfinden, bedauerte der Pneumologe. Diese Patienten kommen dann zu selten zum Lungenfacharzt und bleiben unterbehandelt. Schlecht behandeltes Asthma führt zu einer fortschreitenden Verschlechterung der Lungenfunktion, unbehandeltes Asthma kann unter Umständen sogar zum Tod führen – und „das dürfte im Jahr 2011 nicht mehr passieren!“

Therapie-Compliance entscheidend

In der Asthmatherapie werden Medikamente nur in dem Ausmaß eingesetzt, wie sie zur Asthmakontrolle nötig sind, betonte ÖGP-Generalsekretär Prof. Dr. Michael Studnicka. Diese müssten aber – auch bei sehr gutem Ansprechen auf die Medikation – konsequent weiter eingenommen werden. Studnicka: „Einem beschwerdefreien Asthmatiker geht es gut, weil er eben die richtigen Medikamente in der richtigen Dosis erhält. Wird die Therapie aufgrund der Beschwerdefreiheit eigenmächtig abgebrochen, kommen die Asthmasymptome sehr schnell wieder zurück, und der Kreislauf beginnt von vorne.“

Zur Asthmakontrolle gehören regelmäßige Kontrollen der Lungenfunktion, auch der Fragebogen „Asthma Control Test – ACT“ ist hilfreich, um die Wirksamkeit der Therapie in Bezug auf Symptomkontrolle in wenigen Minuten zu evaluieren.

Optimierte Therapie durch neue Medikamente

An neuen Medikamenten gibt es besser inhalierbare Medikamente, die aufgrund ihrer geringen Partikelgröße problemlos auch in die kleinen Bronchien vordringen können und somit eine optimale Therapie ermöglichen. In nächster Zeit wird auch ein Medikament auf den Markt kommen, das bei einmaliger Inhalation über 24 Stunden die Bronchien offen hält – in Österreichs Nachbarstaaten ist es bereits erhältlich.

Wantke berichtete zudem von „einer spannenden Entdeckung“ vor einigen Monaten: Bitterstoffe führen ebenfalls zu einer massiven Erweiterung der Bronchien.

Allergie ist nicht gleich Allergie

Mit 70 Prozent sind Allergien die häufigsten Auslöser von Asthma bronchiale. Studnicka: „Allergie ist aber nicht gleich Allergie, da hauptsächlich Allergene wie die Hausstaubmilbe oder die Katze Asthma bronchiale verursachen. Diese Allergene gelangen leicht in die Lungen und kommen das ganze Jahr vor. Wie bekannt, lösen aber auch Pflanzenpollen Asthma aus. Deshalb sollte vor allem in der Pollensaison ein auftretender Husten durch den Lungenfacharzt auf Asthmaverdacht abgeklärt werden.“

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