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Foto: MEDahead

Dr. Waltraud Emminger Ärztliche Leiterin des Allergie-Ambulatoriums Rennweg in Wien

 
Dermatologie 30. April 2010

Früherkennung durch neuen Online-Selbsttest

Der Fragebogen liefert rasch wichtige Informationen für das Arzt-Patienten-Gespräch.

Allergien werden unterschätzt, zu spät diagnostiziert und untertherapiert. Die rechtzeitige Diagnose spielt allerdings eine wichtige Rolle. Ein klinisch geprüfter Selbsttest in Form eines Fragebogens, den es nun neu auch für Kinder unter zwölf Jahren online abrufbar gibt, macht es einfach, eine mögliche Allergie selbst zu erkennen, und er liefert innerhalb kürzester Zeit wichtige Informationen für die weitere Diagnose.

Der häufigste Auslöser von Allergien ist der Blütenstaub von Pflanzen – über eine Million Österreicher leiden an einer Pollenallergie. Und obwohl die allergische Atemwegserkrankung die Lebensqualität während des Pollenfluges stark beeinträchtigt, wird sie häufig als „lästiger Heuschnupfen“ bagatellisiert. Doch eine allergische Erkrankung ist ein ernst zu nehmendes Problem. Die Sorglosigkeit kann gefährliche Auswirkungen haben, da sich die allergische Entzündung ausbreiten und auf die unteren Atemwege übergreifen kann – chronisches Asthma ist die Folge. Rund 40 Prozent aller Heuschnupfen-Patienten leiden an der lebenslangen, schweren Einbuße an Lebensqualität. Außerdem können weitere Überempfind- lichkeiten gegen andere Allergieauslöser entstehen. Trotz allem gehen fast zwei Drittel der Allergiker erst zum Arzt, wenn die Beschwerden unerträglich werden .

Jahre bis zur Diagnose

Erschwerend kommt hinzu, dass die Symptome vielfältig sind und häufig mit einer Verkühlung verwechselt werden. Viele Allergiker müssen außerdem zahlreiche Irr- und Umwege auf sich nehmen, bis sie eine korrekte Diagnose und adäquate Therapie erhalten. Untersuchungen zeigen, dass bei 45 Prozent aller Heuschnupfen-Betroffenen noch nie eine ärztliche Diagnose gestellt wurde und durchschnittlich sechs bis neun Jahre vergehen, bis eine Allergie endgültig diagnostiziert wird.

Ein sehr wertvolles Hilfsmittel ist dabei der klinisch geprüfte Allergie-Screening-Fragebogen ASF (Fischer, P. E. et al.: Allergologie 2001; 29 [10]: 393–402). Die Fragen können unkompliziert und rasch beantwortet und dem Arzt zur Auswertung vorgelegt werden. Der Fragebogen ersetzt nicht die ärztliche Diagnose, sondern zeigt die Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer allergischen Atemwegserkrankung auf. Er ist ein einfacher erster Schritt, um abzuklären, ob Beschwerden allergisch bedingt sind und liefert innerhalb kürzester Zeit wichtige Informationen für das Arzt-Patienten-Gespräch und die weiteren diagnostischen Schritte.

Jetzt auch für Kinder

Seit kurzem gibt es den Allergie-Screening-Fragebogen auch für Kinder unter zwölf Jahren. Wie bei Erwachsenen gilt auch hier, je höher die Punktezahl beim Fragebogen ausfällt, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit für eine allergische Erkrankung. Bei Kindern sollten ab einem Score von über neun Punkten, bei Erwachsene bereits bei über sechs Punkten weitere diagnostische Maßnahmen eingeleitet werden. Es wird eine genaue Abklärung durch einen Allergiespezialisten empfohlen.

Bequem zu Hause verfügbar

Nun können die beiden Fragebögen für Kinder und für Erwachsene auch online unter www.allergiefragebogen.at bequem und kostenlos zu Hause ausgefüllt werden. Personen mit Verdacht auf eine Allergie können sich damit schnell und einfach eine Einschätzung über die Wahrscheinlichkeit einer allergischen Atemwegserkrankung verschaffen.

Das Testergebnis kann ausgedruckt und zum Arztbesuch mitgenommen werden. Zusätzlich gibt es auf dieser Website nützliche Informationen zu Pollen- und Schimmelpilzallergien. Der Online-Selbstcheck ersetzt nicht die ärztliche Diagnose, ist aber ein erster wichtiger Schritt dorthin und erleichtert die Entscheidung, Symptome bei einem Arzt genauer abklären zu lassen.

Diagnose beim Facharzt

Erster und sehr wichtiger Bestandteil im Rahmen der fachärztlichen Diagnostik ist das Anamnesegespräch. Dabei werden die Beschwerden mit möglichen Allergieauslösern in Zusammenhang gebracht und die genetische Veranlagung eruiert. Danach werden in der Regel Hauttestungen durchgeführt.

www.allergiefragebogen.at ist eine Initiative von ALK-Abelló Allergie-Service GmbH

Waltraud Emminger, Wien, hautnah 2/2010

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