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Erdnussallergien bleiben meist lange bestehen.
 
Dermatologie 30. April 2010

Neurodermitis und Nahrungsmittelallergien bei Kindern

„Etwa jedes dritte Kind mit einer schweren Neurodermitis ist im frühen Kindesalter auch von einer Nahrungsmittelallergie betroffen“, sagte Dr. Isidor Huttegger von der Abteilung für Pädiatrische Pneumologie und Allergologie der Salzburger Paracelsus Medizinischen Privatuniversität anlässlich des Kinder-Haut-Tages am 10. April 2010 in Wien.

Erfreulicherweise vergehen kindliche Nahrungsmittelallergien häufig bis zum Eintritt in die Schule. Häufige Ausnahmen sind Erdnüsse, Baumnüsse und Fisch. Die Diagnose ist nicht immer einfach. Dr. Huttegger: „Ein positiver Allergietest ohne entsprechende klinische Symptome bedeutet nur Sensibilisierung und nicht Allergie und rechtfertigt keine Diätempfehlungen. Umgekehrt schließt ein negativer Test das Vorliegen einer Allergie nicht sicher aus.“ Ein erhebliches Problem stellen versteckte Allergene dar. So ist zum Beispiel Soja in vielen Produkten enthalten, wo es Konsumenten nicht vermuten würden. Sojaallergien werden als Kreuzreaktionen bei Birkenpollenallergien gefunden, die bereits ab dem 4. Lebensjahr steil ansteigen. Als Beispiel nannte Prof. Dr. Reinhart Jarisch, Leiter des Floridsdorfer Allergie Zentrums in Wien, die häufigen Beifuß-Allergien, die meist auch eine Sellerieallergie bedeuten. Für die Betroffenen ist Vorsicht beim Essen von klaren Suppen geboten, da Sellerie im Suppengrün enthalten ist. Gründliche Schulung der Eltern und so früh wie möglich auch der Kinder ist daher von größter Wichtigkeit.

Hinter den Symptomen einer vermeintlichen Nahrungsmittelallergie können sich auch Nahrungsmittelintoleranzen verbergen, betonte Jarisch. So kann eine Milchunverträglichkeit auf eine Allergie, aber auch auf eine Laktoseintoleranz hinweisen. Gleiches gilt für die häufigere Fruktoseintoleranz, bei der typischerweise auch Sorbit nicht vertragen wird. „Eine Hautrötung rund um den Mund, nach Essen von Ketchup, lässt an eine Histaminintoleranz denken, die bei 25 Prozent der Kinder mit Neurodermitis gefunden wird“, so Jarisch.

Ein weiteres Problem ist, dass sich durch Fehlbehandlung der Neurodermitis das Allergierisiko erhöht, denn durch die gestörte Hautbarriere können Allergene leichter in den Körper gelangen und zur Sensibilisierung führen.

B&K/PH, hautnah 2/2010

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