zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 21. November 2005

Der Markt für Schönheit boomt

Investitionen von knapp 35.000 Euro, die sich bei 20 Patienten pro Jahr nicht nur schnell amortisieren, sondern auch Gewinn abwerfen. Diese Eckdaten gelten für das Konzept der Endermologie.

In der letzten Ausgabe von Praxis & Wirtschaft berichteten wir über das ABC der Kalkulation von Sonderleistungen. Demnach ergeben die Berechnungen für einen durchschnittlichen Kassenarzt einen Stundenumsatz von 160 Euro im Normalbetrieb, wobei ein Gewinn von 80 Euro pro Stunde verbleibt. Das gilt vor Einkommensteuer und ist bei Kalkulationen als Maßzahl für die Rentabilität zu verwenden. Als weitere Kostengrößenordnung wurde ermittelt, dass eine durchschnittliche Assistentin mit 18 Euro pro Stunde inklusive Lohnnebenkosten zu Buche schlägt. Mit diesen Informationen kann die Kalkulation beginnen.„Endermologie als Zusatzleistung wird in allen Arten von Ordinationen immer beliebter“, weiß Ing. Michael Bör, Ärzteausstatter aus Wien. Endermologie kommt gegen Cellu-litis, Falten und Schwangerschaftsstreifen zum Einsatz. Auf die Technik soll hier nicht eingegangen werden, es handelt sich jedenfalls um ein Gerät in der Dimension eines großen Staubsaugers, weiters wird eine Liege benötigt.

Von allen Ärzten durchführbar

Endermologie wird von Hautärzten, Chirurgen und Gynäkologen verwendet, macht aber auch vor Allgemeinmedizinern nicht Halt. Die für den Betrieb erforderliche Ausbildung dauert einen Tag, die Behandlung kann unter Aufsicht des Arztes auch von einer Assistentin durchgeführt werden. Summa summarum sind Investitionen von 35.000 Euro zu tätigen, was bei einer kalkulatorischen Nutzungsdauer von fünf Jahren einem jährlichen Aufwand von 7.000 Euro entspricht. Laut Auskunft von Bör werden pro Patient zehn bis 30 Behandlungen benötigt, wobei Zehnerblocks um 600 bis 800 Euro angeboten werden. Daraus kann ein durchschnittlicher Umsatz pro Patient mit 1.400 Euro abgeleitet werden. Die einzelne Behandlung dauert etwa eine Stunde, das Gerät ist im Wesentlichen wartungsfrei, Strom und ab und zu ein Filterwechsel schlagen fast nicht zu Buche. Unter Berücksichtigung des Stundensatzes für Assistenz entsteht ein so genannter Deckungsbeitrag von 52 Euro pro Stunde. Unter dieser Annahme amortisiert sich die Anschaffung mit 135 Betriebsstunden pro Jahr, was etwa sieben Durchschnitts-Patienten entspricht. Werden pro Jahr 20 Patienten betreut, entsteht laut Kalkulation ein Totalgewinn von 13.800 Euro – und das, ohne dass der Arzt selbst tätig werden muss. Bör verweist auf weitere Optimierungsmöglichkeiten, beispielsweise durch die Anschaffung von gebrauchten Geräten. Einziger Engpass: Der benötigte Ordinationsraum. Doch dieses Problem lässt sich möglicherweise dadurch beheben, dass man diese Leistungen in der Zeit schwacher Patientenfrequenzen anbietet.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben