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Spinnenseide macht Silikonimplantate verträglicher.
 
Chirurgie 14. Februar 2014

Spinnenseide für Brustimplantate

Neue Beschichtung senkt das Komplikationsrisiko.

Wenn Silikonimplantate mit einer Haut aus Spinnenseidenproteinen, die nicht dicker als 1 bis 5 Tausendstel Millimeter ist, überzogen werden, dann toleriert das körpereigene Gewebe die Oberfläche des Implantats viel besser als eine nicht beschichtete Silikonoberfläche, sodass sich das Komplikationsrisiko erheblich verringert. Die Funktion und die chirurgische Handhabbarkeit des Implantats werden dadurch in keiner Weise beeinträchtigt.

Zu den Komplikationen, die nicht selten in den ersten Monaten nach dem Einsatz unbeschichteter Silikonbrustimplantate auftreten, gehört insbesondere eine schmerzhafte Kapselfibrose. Oftmals muss sie operativ entfernt und das Implantat ausgewechselt werden. In den vorklinischen Tests mit den beschichteten Implantaten stellte sich heraus, dass die Seidenproteine die Neubildung von körpereigenem Binde- und Narbengewebe signifikant verringern. Die Kapsel, die um das Implantat herum entsteht, ist daher weniger stark und neigt auch weniger zu Verhärtungen. Darüber hinaus kommt es infolge der Seidenbeschichtung in erheblich weniger Fällen zu Entzündungs- oder Abstoßungsreaktionen.

Bei den verwendeten Spinnenseidenproteinen handelt es sich um eADF4(C16)-Moleküle, die mittlerweile im Industriemaßstab produziert werden.

„Spinnenseide mit ihren außergewöhnlichen mechanischen Eigenschaften fasziniert Forscher seit vielen Jahrzehnten“, erklärt Prof. Dr. Thomas Scheibel vom Lehrstuhl Biomaterialien, Universität Bayreuth. „Bereits in der Antike wurden positive wundheilungsfördernde Effekte beschrieben.“

Zeplin PH et al.: Spider Silk Coatings as a Bioshield to Reduce Periprosthetic Fibrous Capsule Formation; Adv Funct Mater 2014; online 13. Jänner

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