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Praxis 7. Oktober 2016

Jahrzehnt des Datenklaus

Kaum eine Woche vergeht, da müssen große Unternehmen wieder einräumen, dass sie Opfer eines Datendiebstahls geworden sind. Yahoo wurden mehr als 500 Millionen Kundendaten gestohlen wurden. Der Datenklau hat eine nie da gewesene Dimension erreicht.

Bemerkenswert ist, dass Yahoo dies erst jetzt bemerkt haben will – zwei Jahre später. Welche Folgen dieser Vorfall für das Unternehmen haben wird, ist noch unklar. Immerhin beabsichtigt der US-Telekom-Konzern Verizon, das Web-Geschäft von Yahoo für fast fünf Milliarden Dollar zu übernehmen.

Fakt ist, dass seit dem Jahr 2013 Datenpannen um knapp ein Drittel zugenommen haben. Die dadurch seither verursachen Kosten für die betroffenen Unternehmen sind gigantisch. Laut der von IBM gesponserten „2016 Cost of Data Breach Study“ des Ponemon-Instituts verschlingt „der Verlust von sensiblen Daten im Schnitt vier Millionen US-Dollar weltweit und rund 3,6 Millionen Euro in Deutschland“.

Eine Entwicklung, „die die hohe Relevanz eines sicheren IT-Managements für Unternehmen aller Branchen aufzeigt“, sagt Gerd Rademann, Sicherheitsexperte bei IBM.

IT-Abteilungen sind gefordert

Der Springer-Autor widmet sich in seinem Beitrag „Gut gegen Böse: aktuelle Sicherheitstrends“ 8/2016 (DOI: 10.1007/s35764-016-0067-x, © Springer Fachmedien) Erpressertrojaner, Datenklau und Spam-Attacken. „Themen, die die IT-Security-Szene seit Anfang 2015 in Atem halten“, sagt Rademann, der im Übrigen eindringlich mahnt, dass „gerade deshalb die IT-Abteilungen gefordert sind, ihre Sicherheitsstrategien den neuen Gefahren anzupassen und sich gleichzeitig auch gegen alte Cybertücken gut zu rüsten.“Es wird Zeit zum Handeln. Immerhin ist die „Dimension von Cybercrime-Attacken laut Bundeskriminalamt BKA mittlerweile mit der des internationalen Drogenhandels vergleichbar. So zitieren Dr. Alexander Seidl und Dr. Tobias Starnecker, Experten für Datenschutzfragen, Sicherheits- und Internetrecht an der Universität Passau, den Vizepräsidenten des deutschen BKA in ihrem 2017 erscheinenden Buch „Cybercrime“.Und die Abteilungsleiterin beim BKA Sabine Vogt sagt: „Wir werden konfrontiert mit Millionen von Opfern“.

Intensivnutzung des Internets

Die Ursachen sind hausgemacht, sagen Seidl und Starnecker. „Aufgrund der Intensivierung der Internetnutzung hin zur ‚Always-On-Gesellschaft‘ verschärft sich die Bedrohungslage.Daraus lässt sich schlussfolgern, dass mit jedem eingeschalteten Smartphone die „Zahl der potenziellen Einfallstore für Kriminelle weiter steigt“.

Die logische Konsequenz daraus: „Je mehr Geräte und Schnittstellen genutzt werden, je stärker die digitale Vernetzung zunimmt, desto stärker steigt die digitale Verwundbarkeit.“

springerprofessional.de/MB, Ärzte Woche 41/2016

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