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© Hans Punz / picture alliance
Die Zwei: (Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ) und Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres vor einer Gesprächsrunde in Wien.
 
Gesundheitspolitik 30. September 2016

Meet & Greet im Rathaus

Die Standesvertreter bleiben mit der Stadt Wien im Gespräch. Maximalforderungen liegen auf dem Tisch.

Die Streiktage waren aufwühlend, es gab gute Bilder, ein paar intelektuell angehauchte Parolen („O Younion where art thou?“), Kampfgeist lag in der Luft. Nun heißt es: zurück an den Verhandlungstisch. Die Kurie der Ärztekammer für Wien hat ihre Zustimmung für weitere Runden mit der Stadt bzw. der Gebietskrankenkasse erteilt. In den Gesprächen werde vor allem die zukünftige Gestaltung des niedergelassenen Bereichs erörtert.

Die Kammervertreter haben einen Forderungskatalog an Gesundheitsstadträtin Sonja Wehsely von der SPÖ und die Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, Ingrid Reischl, überreicht. Sie wünschen sich unter anderem 300 zusätzliche Kassenfachärzte in Wien – 100 Planstellen bis Ende 2016, den Rest bis Ende 2018.

Fahrplanauskunft

Außerdem sprechen sie sich dagegen aus, dass freiberufliche Ärzte durch „Großkonzerne als Praxisbetreiber“ ersetzt werden. Hier geht es wohl um die umstrittenen Ambulatorien. Auch warnen sie vor einer Auflösung des Gesamtvertrages durch die sogenannten „Primary-Health-Care-Zentren“ – also konkret durch das PHC-Gesetz. Weiters wird die Rücknahme des Gesetzes zum Mystery Shopping und die Umsetzung des Wiener Hausärztemodells, das auch Leistungsausweitungen vorsieht, verlangt. Es war unklar, ob der Termin zustande kommt – an dem Treffen nahmen unter anderem Stadträtin Sonja Wehsely (SPÖ), Wiens Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres und die Obfrau der Wiener Gebietskrankenkasse, Ingrid Reischl, teil. Vereinbart wurde ein Fahrplan für weitere Gespräche.

Wie die Ressortchefin nach der Unterredung berichtete, wurde konkret das weitere Vorgehen in drei Themenbereichen vereinbart. So sollen etwa die im Zuge der Ärzteproteste auf Eis gelegten Gespräche über die hausärztliche Versorgung wieder aufgenommen werden. Die Verhandlungen über das sogenannte Wiener Modell waren, so hieß es heute, bereits weit gediehen.

Dieses soll niedergelassenen Allgemeinmedizinern unter anderem garantieren, dass sie künftig besser und einfacher zusammenarbeiten können. Auch die Wochenenddienste der Kinderfachärzte sind Teil des Konzepts. Die Gespräche sollen nun finalisiert werden, nämlich in den nächsten zwei bis drei Wochen.

Funkdisziplin

Im selben Zeitraum soll eine Einigung in Sachen Bedarfsplanung erzielt werden – über die Methodik. Auf deren Basis soll erhoben werden, wie der niedergelassene und stationäre Bereich künftig aufgeteilt sein soll. Weiters sollen Gespräche zu der in der Gesundheitsreform vereinbarten Ausweitung des Ärztefunkdienstes geführt werden.

„Für die Gesundheitsversorgung in der Stadt ist es wichtig, dass wir hier was weiterbringen“, drängte Wehsely auf ein gemeinsames Vorgehen. Für die Pläne seien mehr Mittel nötig – was in die Verhandlungen zum Finanzausgleich einfließen soll.

Es sei wichtig, dass man sich hier mit einer gemeinsamen Wiener Position einbringe, betonte die Stadträtin.

Kein Thema waren zunächst die parallel dazu laufenden Verhandlungen zwischen Krankenanstaltenverbund und Ärztekammer zum Thema Arbeitszeit.

Diese waren nach den Protesten der Mediziner – inklusive Warnstreik und Protestmarsch durch die Wiener Innenstadt – auf Schiene gebracht worden. Die Kammer hat dazu ihren geltenden Streikbeschluss vorerst ausgesetzt.

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