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Praxis 8. Juni 2015

Bauen Sie eine starke Marke auf

Der Außenauftritt sollte tunlichst nicht von Kollegen abgekupfert sein.

Die Entwicklung eines Corporate Designs wird nach wie vor von vielen Praxisinhabern auf die grafische Gestaltung eines „gefälligen“ Logos reduziert. So bleibt ein enormes Potenzial ungenützt.

Corporate Design (CD) ist ein zentraler Erfolgsfaktor und ein wesentlicher Bestandteil der strategischen Ausrichtung von Arztpraxen und muss immer in eine ganzheitliche Praxisstrategie eingebettet sein. Praxispositionierung und die strategische Ausrichtung der Praxis sind zentrale Elemente, die Einfluss auf die Designentwicklung nehmen.

Die ganzheitliche und integrative Steuerung des Verknüpfungsprozesses von Design und Praxis-Management und dessen Moderation ist hierbei eine der wichtigsten Aufgaben. Abhängigkeiten zwischen Design, Praxis-Marketing, Personalführung und -entwicklung und den angebotenen Leistungen ist bei der Entwicklung des CD-Systems die Grundlage zur erfolgreichen Implementierung in die Praxisstrategie.

Wenn diese Erkenntnisse nicht schon in der Recherchephase einbezogen werden, ist dies ein Indiz dafür, dass das Design als eine reine „geschmackliche“ Veränderung ohne strategisches Fundament verstanden wird. Nicht selten kommt es in der Praxis zudem vor, dass die Entwicklung des CD nach wie vor auf eine reine Logoentwicklung reduziert wird.

Kein CD ohne Praxisphilosophie

Wenn Sie den Außenauftritt Ihrer Arztpraxis neu gestalten oder erstmals entwickeln wollen, dann vermeiden Sie tunlichst, sich Logos von Kollegen anzusehen – und sobald Ihnen eines gefällt, einen Grafiker damit zu beauftragen, so was Ähnliches zu machen. Denn tatsächlich ist die CD-Entwicklung ein umfassendes, gut geplantes Designsystem, welches sich aus vielen Einzelteilen einer aufeinander abgestimmten visuellen und verbalen Kommunikation zusammensetzt.

Um ein möglichst widerspruchfreies und glaubwürdiges Bild zu erzeugen, ist es notwendig, die unterschiedlichen Aspekte zu analysieren und diese in die Designentwicklung zu integrieren. Die Grundlage zur Entwicklung eines CD-Systems bilden die eigentlichen Kernaussagen, die jede Praxis als Basis der Markenidentitätsentwicklung beantworten muss – die Praxisphilosophie. Gerade die Einbindung dieser Informationen ist für eine Designentwicklung von hoher Relevanz.

Diese müssen vor Beginn eines Designprozesses geklärt sein. In Zeiten angespannter Budgets ist es unerlässlich, Kosten zu beherrschen und das Budget effizient einzusetzen. Ein CD-Manager mit der notwendigen Erfahrung kann helfen, das Projekt zügig umzusetzen und mit den entsprechenden Budgetmitteln mit Leben zu füllen.

Das Kriterium der „Effizienz“ ist ein Maßstab für Erfolg oder Nicht-Erfolg. Besteht Unwissenheit darüber, wie ein solches Projekt zu gestalten ist, besteht die Gefahr, dass die Umsetzung noch in der Planungsphase scheitert.

Nachfolgend einige Punkte aus der täglichen Praxis, die für enorme zeitliche und kostenintensive Verluste im Design-Prozess sorgen:

• mangelnder Informationsfluss

• Reibungsverluste durch Akzeptanzprobleme zwischen internen und externen Personen, die mit dem CD beauftragt sind

• Design-Entscheidung ohne geregelte Zuständigkeiten

• Design-Entscheidung ohne sachliche Kriterien, dafür nach „Bauchgefühl“ und persönlichem Geschmack

• ineffiziente Koordination der Entwicklungsteams

• unpräzise Zielsetzung und Planung

• veraltete Arbeitstechniken

Die Voraussetzung für eine effiziente Umsetzung des Prozesses bildet immer die unbedingte Unterstützung des jeweiligen Praxisinhabers. Ohne diese Rückendeckung verliert ein Corporate Design-Prozess seine Zugkraft und Glaubwürdigkeit.

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