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APA-Artikel 21. Mai 2013

Rolle der niedergelassenen Ärzte stärken

"Das österreichische Versorgungssystem braucht ein starkes System niedergelassener Ärzte als primäre Anlaufstelle und Ansprechpartner. Internationale Experten bestätigen, dass wir sogar noch Aufholbedarf haben." So kommentiert Johannes Steinhart, Obmann der Bundeskurie Niedergelassene Ärzte in der Österreichischen Ärztekammer (ÖÄK), die internationale Experten-Veranstaltung zum Thema "Rolle und Einfluss von Primärversorgungssystemen in Westeuropa", die vom European Health Forum Gastein (EHFG) gemeinsam mit dem Hauptverband der österreichischen Sozialversicherungsträger und dem Universitätslehrgang Public Health der Med Uni Graz jüngst in Wien veranstaltet wurde.

EHFG-Präsident Helmut Brand (Universität Maastricht) sei völlig zuzustimmen, so Steinhart, wenn er betont, dass sich im EU-Vergleich zeige, dass gerade in Zeiten der Wirtschaftskrise ein stabiles und effizientes System von Ärzten in der Primärversorgung besonders wichtig ist. Nur so haben Bürger und Patienten Ansprechpartner, die sie sicher durch eine sich rasch verändernde Versorgungslandschaft leiten können, hatte der EHFG-Präsident ausgeführt.

"Wenn uns auch international bestätigt wird, welche zentrale Bedeutung niedergelassene Mediziner in der Gesundheitsversorgung haben, dann sollten auch die gesundheitspolitisch Verantwortlichen in Österreich im Interesse der Bürger und Patienten die richtigen Konsequenzen daraus ziehen", so Steinhart. Eine überfällige Konsequenz ist das von der Ärztekammer seit Langem geforderte Plus von 1.300 Kassenärzten, das erforderlich ist, um auch in Zukunft die Versorgung sicherzustellen. Steinhart: "Umso mehr, als ein Kernstück der aktuellen 'Gesundheitsreform' eine Verlagerung von Gesundheitsleistungen aus dem Spitalsbereich in den niedergelassenen Bereich ist. Das ist, wenn es richtig gemacht wird, sinnvoll. Wenn es der Politik damit ernst ist, kommen allerdings zusätzliche Aufgaben auf die niedergelassenen Ärzte zu, und es ist natürlich im Interesse der Versorgung keine Frage, dass wir zusätzliche Kassenärzte brauchen."

Doch angesichts solcher Entwicklungen wird in Österreich die Zahl der Kassenärzte nicht etwa aufgestockt, sondern vielmehr zurückgefahren: von 8.491 im Jahr 2000 auf 7.616 im Jahr 2010. Dieser Abbau fand noch dazu vor dem Hintergrund steigender Bevölkerungszahlen statt: Kamen im Jahr 2000 auf einen Arzt mit Kassenvertrag 943 Bewohner, sind es heute schon über 1.100. Steinhart: "Um eine optimale Versorgungsqualität und -dichte sicherzustellen, braucht aber das österreichische Gesundheitssystem statt eines Abbaus dringend einen Ausbau von Kassenstellen."

apa.at

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