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Fotos 5x: www.fischer-energieberatung.at
KommR Leo Klimt, Obmann der Wiener Dienstleister, Wirtschaftskammer Wien.

V. l. n. r.: Christoph Neuer, Lebens- und Sozialberater; Ingrid Fischer, Energethikerin; Ulrich Schwarzbauer, Unternehmensberater.

Das Team des Wirtschaftsbundes Wien der Energethiker, Lebensraumberater und Lebens- und Sozialberater mit Fachgruppenobmann KommR Leo Klimt.

Dr. Christan Plaue, Referent für Komplementärmedizin der Ärztekammer Wien.

Ingrid Fischer, Energethikerin; Dr. Oswald Ritzengruber, Lebensraumberater; Herbert C. Lechner, Energethiker; KommR Leo Klimt.

 
Komplementärmedizin 12. April 2010

Energethiker sind keine „Wunderwuzzis“!


Die „Liste Klimt“ will eine schlagkräftige Vertretung bieten.

Von 27. Februar bis 2. März 2010 fand die Wahl der Vertreter für die Bundeswirtschaftskammer statt. In Wien soll die Vertretung der Energethiker auf „neue Beine“ gestellt werden.


Schätzungen der Ärztekammer zufolge bieten rund 15.000 Energethiker in Österreich ihre Dienste an. Genaue Zahlen existieren nicht, da weder die Berufsbezeichnung „Energethiker“ geschützt, noch ein Ausbildungsnachweis geführt werden muss, wenn jemand sich als Energethiker niederlassen möchte. Lediglich ein Gewerbeschein ist zu lösen. „Dennoch möchte ich festhalten, dass man davon ausgehen kann, dass rund 80 Prozent der in Österreich tätigen Energethiker gut ausgebildet sind“, bricht die seit 1994 in eigener Praxis tätige Energethikerin Ingrid Fischer eine Lanze für ihre Kollegen. „Es macht aber trotzdem Sinn, sowohl Ausbildungsrichtlinien als auch Zertifizierungsmodelle auszuarbeiten, um Entscheidungskriterien für Klienten zu generieren und damit Hilfe bei der Auswahl qualifizierter Energethiker zu bieten“, so Fischer.


Fehlende Unterstützung


Bislang fühlten sich jene Energethiker, denen Ausbildung und Zertifizierung ein massives Anliegen ist, von ihren Vertretern in der Wirtschaftskammer Österreich nicht ausreichend unterstützt. Aus diesem Grund trat zur Wahl, die von 27. Februar bis 2. März stattfand, eine neue Liste für die Energethiker an: „Es geht mir darum, den Energethikern in Österreich die ihnen zustehende Anerkennung, den richtigen Platz und eine wirksame Vertretung zu bieten“, sagt Leo Klimt, Obmann der gewerblichen Dienstleister in der Wirtschaftskammer Wien im Interview mit Promed komplementär. Als Obmann der gewerblichen Dienstleister will Klimt den Energethikern in Zukunft in der Wirtschaftskammer das Ihnen zuständige Gewicht und im Interessensausgleich die notwendige Vertretung sicherstellen.


Qualitätsgesicherte Ausbildung


Im Rahmen einer Veranstaltung zum Thema Energethiker am 27. Jänner wurden die Pläne und Ziele der Wirtschaftskammer-Vertreter nach der Wahl 2010 diskutiert. Vor allem die vieldiskutierte Ausbildung für Energethiker stand im Mittelpunkt der Diskussion. „Die Grundmotivation für alle Energethiker ist es, einen Qualitätsstandard zu entwickeln, ein bestimmtes Basiscurriculum als Grundvoraussetzung für die Arbeit als Energethiker“, hält Monika Übel-Helbig, Kinesiologin und Energethikerin aus Wien und ebenfalls auf der „Liste Klimt“ zu finden, fest. „Wir sind ja keine Wunderwuzzis, die irgendwie herumzaubern“, sagt auch Dr. Oswald Ritzengruber, Lebensraumconsulter in Wien, der sich eine Entzerrung des Bildes der Energethiker und Lebensraumconsulter wünscht und festgehalten wissen will, dass „wir nicht irgendeinen Schmarrn machen, sondern eine ernste und verantwortungsvolle Tätigkeit ausführen.“


Und sie bewegt sich doch


Dass eine intensive Zusammenarbeit – auch zwischen Ärzten und Energethikern – friktionsfrei funktionieren kann, zeigt etwa die Arbeit des Österreichischen Berufsverbandes der Kinesiologen, der 1995 in Salzburg gegründet wurde. Der Verein schreibt bestimmte Ausbildungsstandards vor und vergibt Zertifikate an Kinesiologen, die sich diesen Ausbildungskriterien unterwerfen. „Unser Anliegen war von allem Anfang an die Qualität“, hält Mag. Herbert Mikisch, Lebens- und Sozialberater in Wien die Ziele des Berufsverbandes fest. „Leider wehren sich immer noch einige Kollegen gegen jede Art der Reglementierung“, weiß Mikisch, der davon ausgeht, dass vor allem jene, die keine fundierte Ausbildung genossen haben, sich gegen Qualitätsstandards und fundierte Ausbildungscurricula zur Wehr setzen.


Standards sind Pflicht


Auch das Thema „Zertifizierung“ wurde im Rahmen der Veranstaltung am 27. Jänner erneut diskutiert. „Potenzielle Klienten sollen in Zukunft wissen, ob der Energethiker, den der Betreffende aufsucht, eine gute Ausbildung hat und nicht nur Absolvent eines Crashkurses ist“, zeigt sich Monika Übel-Helbig überzeugt. Gemeinsame Anstrengungen der Energethiker mit der Österreichischen Gesellschaft für Allgemeinmedizin (GAMED), sowohl ein Basiscurriculum, als auch eine Zertifizierung zu erarbeiten, verliefen – nach vielversprechendem Beginn – im Sande. Deshalb gilt als eines der wichtigsten Anliegen der „Liste Klimt“ für die Bundeswirtschaftskammerwahl, eine engere Zusammenarbeit mit den Ministerien, um möglichst rasch ein Zertifizierungsprogramm erarbeiten und damit die „Spreu vom Weizen“, trennen zu können.


Achtung auf die schwarzen Schafe


Dabei wünschen sich auch Ärzte, wie der Referent für Komplementär- und Alternativmedizin der Wiener Ärztekammer, Dr. Christian Plaue, eine qualitätsgesicherte und zertifizierte Arbeit von Energethikern: „Energethiker, denen eine gute Qualität ihrer Arbeit wichtig ist, finde ich als Arzt durchaus akzeptabel.“ Was Plaue kritisiert: „Dennoch existiert eine ganze Reihe von Energethikern, die die Grenzen zwischen medizinischer Heilbehandlung und Unterstützung in der Lebensführung immer wieder überschreiten.“ Und das schade, so der Referent für Komplementär- und Alternativmedizin, generell dem Ruf der Ganzheitsmedizin, aber auch den Seriösen in der Energethikerbranche. Besonderes Augenmerk legt Plaue in diesem Zusammenhang auf die deutsche Ausbildung zum Heilpraktiker: „Etliche nach deutschem Recht ausgebildete Heilpraktiker sind in Österreich unter dem Titel Energethiker tätig“, so Plaue: „Diese Personen stellen Diagnosen, führen Heilbehandlungen durch und verabreichen sogar Injektionen und Infusionen, Tätigkeiten also, die in Österreich den Ärzten vorbehalten sind.“


Horst der Gallier


Helmut Mikisch findet sich ebenfalls auf der Liste Klimt: „Die Energethiker hinken der Qualitätsentwicklung leider immer noch Jahrzehnte hinterher“, schreibt er seinen Kollegen ins Stammbuch. „Derzeit existiert ein Dschungel aus verschiedensten regionalen Bestrebungen von Vereinen, Kammern und Einzelpersonen. – Wir wollen mit der „Liste Klimt – Wirtschaftsbund“ einheitliche Regelungen, die bundesweit Geltung haben sollen, erarbeiten“, so Mikisch. Denn, so formuliert es der Lebens- und Sozialberater pointiert: „Die Energethiker gehören für mich zum letzten Horst der Gallier, die sich gegen Qualitätsvorschriften und Zertifizierungsregelungen wehren.“


Nach der Wahl ist vor der Wahl


Aber sowohl Zertifizierung, als auch qualitätsgesicherte Ausbildung werden wohl noch eine Weile auf sich warten lassen. „Es wird vom Ausgang der Wirtschaftskammerwahl abhängen, in welche Richtung die Energethiker in Zukunft gehen werden“, sagt Übel-Helbig. Ingrid Fischer, ebenfalls auf der „Liste Klimt“ für die Wirtschaftskammerwahl aufgestellt, gibt dennoch die Zielrichtung für die Zeit nach der Wahl vor: „Wir streben an, ein von der Wirtschaftskammer Österreich vergebenes Qualitätssicherungszertifikat zu entwickeln.“ Und für Leo Klimt, der der neue Obmann der Fachgruppe „Die gewerblichen Dienstleister“ in der Wirtschaftskammer Österreich werden will, steht außer Frage: „Wir brauchen eine Vertretung, die das notwendige Gewicht hat, um mit den verantwortlichen Stellen, wie etwa dem Ministerium sinnvolle Arbeit zu leisten.“ Für Monika Übel-Helbig ist klar: Derzeit ist die Stunde reif, um gemeinsam an einem Strang zu ziehen. Die Energethikerin ist davon überzeugt, dass „wir das Potenzial haben, unsere Arbeit und unsere Qualität nach außen hin präsentieren zu können.“n


 

Sabine Fisch


Quelle: „Mehr Konzept. Mehr Chancen.“ Energethiker und Lebensraum-Consulter – Berufe mit Zukunft im Gesundheitswesen; 27. 1. 2010, Wien

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