zur Navigation zum Inhalt
Ob die Kalorien gespeichert werden oder nicht, wird im Fettgewebe entschieden.
 
Diabetologie 4. Jänner 2013

Kalorien speichern oder verbrennen?

Protein p62 entscheidet.

Wissenschaftler des Instituts für Diabetes und Adipositas (IDO) am Helmholtz Zentrum München haben gemeinsam mit Partnern aus dem Sanford Burnham Institut in San Diego einen zellulären Schalter für die Fettverbrennung entdeckt.

Bereits frühere Arbeiten deuteten darauf hin, dass das Protein p62 an der Regulierung des Körpergewichtes beteiligt ist. Nun konnte die Arbeitsgruppe um Dr. Timo Müller erstmalig eine Schalterfunktion für p62 im Energiestoffwechsel nachweisen. Die Ergebnisse liefern einen wichtigen Beitrag zur Erforschung von Übergewicht und Typ 2 Diabetes.

Generell unterscheidet man zwei Arten von Fettgewebe. Das weiße Fettgewebe speichert Energie als Fett, das braune Fettgewebe verbrennt Energie in Form von Fett. Wie sich nun herausstellt, ist das Protein p62 (auch als Sequestosom 1 bekannt) entscheidend an der Regulation des Gleichgewichts zwischen Fettspeicherung und Fettverbrennung beteiligt. Müller und Kollegen konnten zeigen, dass p62 im braunen Fettgewebe die Funktion der Mitochondrien reguliert. Dadurch werden molekulare Prozesse gesteuert, die entweder zu einer Vermehrung oder Verminderung von gespeichertem Fett führen.

In weiteren Schritten sollen die einzelnen Komponenten des Signalwegs und deren detailliertes Zusammenwirken erforscht werden. Aus diesen Studien erhoffen sich die Forscher neue Strategien für die Behandlung von Übergewicht und Diabetes. „Erweist sich p62 als ein sicherer und spezifischer Ansatzpunkt, kann dies neue Wege in der Bekämpfung metabolischer Erkrankungen bedeuten“, so Prof. Dr. Matthias Tschöp, Direktor des IDO.

Originalpublikation:

Müller T. et al.:  (2012). P62 links ß-adrenergic input to mitochondrial function and thermogenesis, JCI 2012, 123 (1)

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Mehr zum Thema

<< Seite 1 >>

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben