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Diabetologie 24. November 2012

Magenbypass bringt Diabetes zum Verschwinden

Warum bariatrische Operationen in vielen Fällen zu einer raschen Normalisierung der Blutzuckerwerte führen, ist immer noch nicht restlos geklärt. Das Hormon GLP-1 dürfte dabei eine Schlüsselrolle einnehmen. Es wird von speziellen Zellen im unteren Teil des Darms gebildet und bei Nahrungsaufnahme in den Blutkreislauf ausgeschüttet.

Gelangt durch den Magenbypass die Nahrung schneller in diesen Bereich, wird mehr GLP-1 freigesetzt. Es wandert in die Bauchspeicheldrüse und lagert sich dort an die Insulin produzierenden Zellen an, die daraufhin mehr Insulin ausschütten – der Blutzucker sinkt. Auch der Bluthochdruck pendelt sich bald wieder auf Normalniveau ein. Für immer mehr schlecht einzustellende, stark übergewichtige Typ-2-Diabetiker werden Magenbypass oder Gastric Sleeve daher zur letzten Hoffnung auf Normalisierung des Blutzuckers und Vermeidung der gefährlichen Langzeitfolgen.

Allerdings gilt es nach wie vor, die Folgen gesundheitlicher Schäden von Typ-2-Diabetes und Adipositas mit jenen einer bariatrischen OP individuell nach Patient abzuwägen. Das Zuviel an Haut, das nach großen und raschen Gewichtsabnahmen zurückbleibt, muss oft durch eine Straffungsoperation, die größere Narben hinterlässt, entfernt werden.

Langfristig muss man – speziell beim Magenbypass – auf Defizite im Vitamin- und Nährstoffhaushalt achten und diese ständig ausgleichen. Selbstdisziplin ist ständig gefragt, denn der Genuss süßer Speisen und Getränke kann rasch zu Übelkeit führen.

Quelle: Medieninformation zum Symposium "Innovations in Visceral Surgery" 2012

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