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Endokrinologie 30. August 2011

Diät-Limos als Dickmacher

Die viel beworbenen kalorienreduzierten Durstlöscher könnten sich als Diabetesrisiko mit Tarnkappe erweisen. Darauf deuten zwei beim US-amerikanischen Diabeteskongress präsentierte Studien hin.

Wer glaubt, dass Diätgetränke schlank halten, irrt offenbar gewaltig. In einer Studie mit älteren Menschen, die zwei oder mehr Diät-Drinks am Tag konsumierten, war der Zuwachs im Taillenumfang nach zehn Jahren fünfmal höher als bei jenen, die diese Süßgetränke verschmähten. Eine Untersuchung an diabetesanfälligen Mäusen ergab, dass der Süßstoff Aspartam den Nüchternblutzuckerwert erhöhte.

 

Der übermäßige Konsum zuckerhaltiger Limonaden führt leicht zur Gewichtszunahme. Aber auch Diät-Cola und -Limonaden haben diese Assoziation bereits erkennen lassen. Dass zudem das metabolische Risiko damit steigen könnte, hat nun eine Analyse der Daten von 474 Teilnehmern im Alter von 65 bis 74 Jahren der San Antonio Longitudinal Study of Aging (SALSA) am US-Universitätszentrum für Gesundheitswissenschaften in San Antonio bestätigt.

Bei der Untersuchung wurde bis zu zehn Jahre lang der Bauchumfang der Studienteilnehmer unter die Lupe genommen, zudem auch Körpergröße und Gewicht gemessen und die tägliche Menge an konsumierten Softdrinks mit künstlichen Süßstoffen erfasst.

Alle Diätlimotrinker, unabhängig von der Menge des Diätgetränk-Konsums, des Geschlechts und der körperlichen Aktivität, wiesen einen um etwa 60 Prozent größeren Zuwachs an Taillenumfang auf als diejenigen, die auf Getränke mit Süßstoffen verzichteten.

Hoch signifikanter Zuwachs

Wer zweimal oder noch öfter pro Tag zur Diät-Limonade griff, hatte gar einen fünfmal höheren, hoch signifikanten Umfangszuwachs an der Taille. Der Hüftumfang spiegelt bekanntlich das Ausmaß einer viszeralen Adipositas wider und gilt unter anderem als Marker für ein erhöhtes kardiovaskuläres Risiko und erhöht auch das Risiko, an Diabetes mellitus Typ 2 zu erkranken.

Aspartam als Zuckerersatz?

40 Mäuse erhielten fettreiches Futter, eine Gruppe mit Aspartam-Zusatz, die andere Gruppe ohne. Nach drei Monaten zeigte die Aspartamgruppe erhöhte Blutzuckerwerte, aber gleiche oder statistisch nicht signifikant reduzierte Insulinspiegel. Hoher Aspartamverzehr könnte also möglicherweise einen direkten Ein-fluss auf erhöhte Blutzuckerspiegel haben, wie es auch bei der Konsumation von Diät-Softgetränken durch Menschen beobachtet worden ist, so die amerikanischen Studienautoren.

Somit sprechen die Ergebnisse der beiden Studien offenbar nicht für den Konsum von Diät-Drinks als gesündere Alternative zu zuckerhaltigen Süßgetränken.

 

Quellen: SpringerMedizin.de, basierend auf American Diabetes Association, 71. Jahrestagung vom 24.bis 28.6.2011 in San Diego, USA Oral Presentation, sowie Pressemeldung UT Health Science Center San Antonio.

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