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Praxis 19. März 2008

Konflikte meistern

Die tägliche Zusammenarbeit mit anderen Menschen auf engem Raum, die alle ihre unterschiedlichen Stärken und Schwächen haben, kann im Team oft zu zwischenmenschlichen Spannungen führen, die der Motivation und der Arbeitsproduktivität abträglich sind. Es kommt daher für den Arzt und die Ärztin darauf an, solche Spannungen rechtzeitig zu erkennen, eine gründliche Ursachenforschung zu betreiben und gemeinsam im Team konstruktive Lösungen zu finden. Darüber hinaus sollte es ein langfristiges Ziel jeder Praxis sein, sowohl den einzelnen Mitarbeiter als auch das gesamte Team durch gezielte Entwicklungsmaßnahmen zum Erfolg zu führen.

Mit zunehmender Größe des Teams divergiert das Engagement der einzelnen Teammitglieder oft beträchtlich: Einzelne bewältigen ein überdurchschnittlich hohes Arbeitsvolumen, andere wiederum halten sich mit ihrem Engagement eher zurück. Diese Situation führt innerhalb des Teams langfristig zu Frustration und Motivationsverlust bei den engagierten Kräften, ja sogar zu Neid auf die Kolleginnen, die sich im Praxisbetrieb ihre sogenannte „Komfortzone“ eingerichtet haben.

Kleinigkeiten mit eingebautem Sprengstoff

Gerade bei den sogenannten „zwischenmenschlichen Kleinigkeiten“ besteht im Praxisalltag ein beträchtliches Konfliktpotenzial. Die Liste der Beispiele für die Ursachen von Teamkonflikten ist lang und dürfte in jeder Praxis beliebig ergänzt werden können: Einzelne Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen fühlen sich in der Gestaltung von Dienst- und Urlaubsplänen benachteiligt; durch eine unzureichende Kommunikation zwischen Rezeption und Behandlungszimmer (z.B. über Verzögerungen, verfügbare Behandlungsräume etc.) wird der Arbeitsfluss im Team gehemmt; beim einen oder anderen entsteht der Eindruck, er oder sie werde von Kollegen in der Arbeit behindert; in Teammeetings werden die Vorschläge eines Kollegen permanent ignoriert oder übermäßig kritisiert usw.
Gerade hier ist die soziale Kompetenz des Arztes und der Ärztin gefordert, sich aktiv in das Konfliktmanagement einzuschalten, das Gespräch mit dem Team zu suchen und gemeinsame Lösungen zu erarbeiten.
Sogenannte Teambuilding-Maßnahmen können auf unterschiedliche Art und Weise durchgeführt werden. Zum einen kann man sie einsetzen, um konkrete Probleme im Team zu lösen. Zum anderen kann der Praxisinhaber durch eine solche Maßnahme dem Team seinen Dank für die geleistete Arbeit oder die Erreichung eines Ziels aussprechen. Gibt es Probleme im Praxisteam, so sollte eine Teambuildingmaßnahme gezielt auf deren Lösung hin ausgerichtet sein. Viele vertrauensbildende und -intensivierende Maßnahmen können zum Beispiel in einem Hochseilgarten durchgeführt werden.
Dabei geht es sowohl darum, Unsicherheiten oder Widerstände bei den Teilnehmern vor der gesamten Maßnahme auszuräumen als auch darum, die Standpunkte der anderen Teammitglieder zu respektieren. Alle gestellten Aufgaben sind von den Mitarbeitern gemeinsam zu lösen.

Gemeinsames Handeln fördert die Stimmung

Im Anschluss wird das Ergebnis mit dem Trainer besprochen und analysiert. Dadurch wird den Teilnehmern aufgezeigt, wo sie als Team an ihre Grenzen stoßen und an welcher Stelle durch ihr gemeinsames Handeln die Aufgaben gelöst werden können. Arbeitet das Team bereits Hand in Hand, so kann die gute Stimmung des Teams gefördert werden, indem man weiterhin auf die positive Wirkung von gemeinsam Erlebtem setzt. Dabei spielt es nur eine untergeordnete Rolle, was die Gruppe in dieser Ausgangssituation gemeinsam unternimmt.

Aktivität statt Passivität

Wichtig ist der Aspekt, dass die Teilnehmer selbst aktiv werden, anstatt einfach zu konsumieren, wie zum Beispiel bei einem Theater- oder Konzertbesuch.
Um als Team erfolgreich zu sein, ist es oberste Voraussetzung, dieselben Ziele zu haben und für deren Erreichung hart zu arbeiten. Um die einzelnen Mitarbeiter in einer Praxis zu einem Team zu formen, ist ein Entwicklungskonzept notwendig, welches sowohl die einzelne Mitarbeiterin als auch das Team als Ganzes einschließt. Auf diese Weise wird der Zahnarzt gemeinsam mit seinem Team die Früchte des Praxiserfolges ernten – und auch der Patient wird von dem optimalen Zusammenspiel des Teams in der Praxis begeistert sein.

Die Autoren sind Mitarbeiter
von New Image Dental, Alzey/Deutschland
www.new-image.dental.de

Der Artikel erschien im Original in ZahnArzt 3/2007, © SpringerWienNewYork.

Dipl.-Betriebswirt Fancesco Tafuro und Matthias Krack

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