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Praxis 24. April 2008

Das Einmaleins der Geldanlage (Geldanlage 3)

Anscheinend unberührt von der US-Immobilienkrise erfreut sich der Immobilienkauf in Österreich nach wie vor großer Beliebtheit. Häuser, Wohnungen und Büros werden weiterhin als äußerst attraktive Anlageprodukte gehandelt. Voraussetzung: gute Lage und massive Bauweise.

„Investitionen in Immobilien waren und sind eine der wertbeständigsten Anlageformen. Ich setze gerne auf Beständigkeit und Berechenbarkeit!“, sagt Rene Benko, Immobilieninvestor und Gründer der Signa-Holding. „Was die US-Immobilienkrise anbelangt, sehe ich sie als Schuss vor den Bug jener, die zu sehr auf Spekulationen setzen und zu wenig auf Langfristigkeit.“
„Das Hauptproblem der amerikanischen Banken war, dass nur auf die Zinsen geschaut wurde – und zu wenig über den Tellerrand hinaus“, sieht es Harald Knoll, Geschäftsführer der s REAL Tirol ähnlich. „Deshalb handelt es sich bei den US-Immobilien um eine Finanz- und keine Immobilienkrise!“

Globale Unsicherheit

Zwar hat auch laut Brancheninsider Arno Wimmer, Geschäftsführer der Conterra Immobilien GmbH und Ausschussmitglied der Fachgruppe Immobilien- und Vermögenstreuhänder in Tirol, diese Krise keine unmittelbare Auswirkung auf den österreichischen Immobilienmarkt, wohl aber eine indirekte: „Europäische Banken, die aus dem amerikanischen Immobilienmarkt Finanzierungspakete übernommen haben, müssen nun die daraus entstandenen Verluste wieder wettmachen. Darüber hinaus hat die Krise zu einer globalen Unsicherheit auf den Finanzmärkten geführt, was sich massiv auf die Börsen niedergeschlagen hat. In der Folge sind die Finanzierungskosten (Kreditkosten) in Europa erheblich gestiegen, was wiederum für den kleinen Kreditnehmer die Finanzierung spürbar verteuert.“ Der inländische Immobilienbesitz als Anlageobjekt bzw. Vorsorgepaket bleibe laut Wimmer jedoch auch weiterhin wertstabil und von solchen Finanzkrisen unberührt. De facto seien die aktuellen Entwicklungen auf dem Aktienmarkt eigentlich nur ein Beleg dafür, dass Immobilien als Anlageprodukte im Vergleich zu anderen alternativen Anlagemöglichkeiten recht krisensicher sind.
„Bestlagen sind auf alle Fälle wertbeständiger als Randlagen!“, so Knoll. „Die wichtigsten Kriterien für wertbeständige Immobilien sind die Lage sowie die Bauausführung.“ Hier empfiehlt er sogar, sich lieber mit etwas weniger Rendite zufrieden zu geben, wenn man dafür eine Bestlage, wie z.B. Innsbruck-Zentrum, bekommt, in der man dann eine gute Wertsteigerung der Immobilie erwarten könne. „Speziell am heimischen Markt werden die Preise nicht günstiger werden, sondern kontinuierlich nach oben klettern.“ Und so bleiben Immobilieninvestments als Anlageform – mittel- bis langfristig angelegt – auch weiterhin attraktiv. Sein Kapital streuen sollte ein Investor aber in jedem Fall: „Es macht sicher Sinn, bei Veranlagungen nicht nur auf einem Bein zu stehen. Aber, Immobilien – in strategisch guten Lagen – sind für mich ein besonders stabiles Fundament für Investitionen“, so Benko.

In der nächsten Ärzte Woche:
Investieren in Kunst

 Hintergründe der US-Immobilienkrise

Scheiderbauer, Ärzte Woche 17/2008

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