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Praxis 6. Juni 2008

Das Handy als Wächter der Gesundheit

Ende vergangener Woche berieten Expertinnen und Experten auf der eHealth 2008 in Wien eine effizientere medizinische Versorgung durch den Einsatz von Computer, Internet und Mobiltelefon. Ziel dieser Digitalisierung ist die stärkere Vernetzung von niedergelassenen Ärzten, Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen, wie sie zur selben Zeit auf dem Kongress für Allgemeinmedizin und integriere Gesundheitsversorgung der ÖGAM diskutiert wurde.

„Inhaber einer ärztlichen Ordinationsstätte und Gruppenpraxen sind verpflichtet, sich ab einer gesicherten Verfügbarkeit der notwendigen technischen Infrastruktur an der Umsetzung der Elektronischen Gesundheitsakte (ELGA) einschließlich E-Medikations-Datenbanken zu beteiligen“, heißt es im Begutachtungsentwurf zur Kassensanierung. Ein Passus, mit dem nicht alle Ärzte glücklich sind, ELGA ist für etliche von ihnen – vor allem für die Standesvertreter – bereits zu einem Reizwort geworden.
Daten senden statt Patienten zu transportieren war erst der Anfang Die elektronische Gesundheitsakte war auch Thema der Tagung eHealth 2008 Ende vergangener Woche in Wien. Vorgestellt wurden unter anderem zwei realitätsnahe Szenarien der integrierten Gesundheitsversorgung, für die ein elektronischer Austausch sämtlicher Befunde, Arztbriefe, Röntgenbilder und Therapieanwendungen Voraussetzung ist, da, wie E-Health-Experten immer wieder betonen, es einfacher und kostensparender ist, Daten zu senden als Patienten. Auch geht es um Möglichkeiten, wie Patienten durch die Einbindung von Internet, Telemedizin und Home-Monitoring künftig eher zuhause betreut werden können. Denn Ziel der Maßnahmen sei es, sich den absehbaren Herausforderungen der Alterung der Gesellschaft zu stellen und eine leistbare Gesundheitsversorgung mit höchstmöglicher Qualität für die Zukunft zu gewährleisten, wie von den Veranstaltern betont wurde.

Datenschützer warnen

Die Austrian Research Centers, Mitveranstalter der Expertentagung, die unter der Patronanz der Ministerien für Gesundheit, für Verkehr und für Wissenschaft stand, stellten ein elektronisches Erinnerungssystem für Patienten an die nächste Medikation vor, den Osteominder. Präsentiert wurden unter anderem aber auch eine Studie über die Verwendung von Mobiltelefonen zum Melanomscreening, e-Homecare, die sichere und webbasierte Verteilung radiologischer Daten sowie ein Projekt zur Evaluierung eines Systems zur Steigerung der Therapieadhärenz von adipösen Patienten. Gerade im Bereich der Compliance versprechen sich die Anhänger moderner Technologie Verbesserungen. So kann sich durch den Einsatz mobiler, elektronischer Eingabehilfen für die Patienten der Arzt ein Bild über den Therapieverlauf machen und rasch reagieren: Er wird automatisch über das Über- oder Unterschreiten bestimmter Grenzwerte informiert.
Freilich werden Datenschützer nicht müde, auf die möglichen Gefahren von e-Health hinzuweisen. Auch über diverse Sicherungs- und Sicherheitsmaßnahmen wurde auf der Tagung informiert. Die Ärzte Woche wird darüber weiter berichten.

Elisabeth Tschachler-Roth, Ärzte Woche 23/2008

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