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Praxis 25. Oktober 2007

Wie sich die Bilder gleichen

Zu viel Bürokratie, eine prekäre wirtschaftliche Lage, ein unbefriedigendes Gesundheitssystem, zu wenig Zeit für die Patienten: Die Klagen, die von Allgemeinmedizinern in Österreich zu hören sind, ertönen auch im Nachbarland.

Die Arbeitsbelastung der Hausärzte in Deutschland ist hoch. Sie arbeiten mehrheitlich über 50 Stunden in der Woche. Doch kommt ihre Arbeitszeit nicht immer dem Patienten zugute. Bereits ein Viertel der Zeit müssen die Hausärzte inzwischen mit der Verwaltung ihrer Praxen verbringen. Der GfK-Ärzteklima-Index zeigt, dass trotz aller Reformbemühungen der Bundesregierung die Stimmung unter den Hausärzten schlecht ist.
Auch im zweiten Quartal liegt der vom Markforschungsunternehmen GfK erhobene sogenannte Ärzteklima-Index mit -10 Punkten unverändert im negativen Bereich (Quartal 1/2007: -11 Punkte). Mit einer Aufhellung der Stimmung unter den Hausärzten ist in absehbarer Zeit nicht zu rechnen. Der Indikator für die Zukunftserwartungen in das Gesundheitssystem hat sich mit -13 Punkten von -17 Punkten im Quartal 4/2006 und -15 Punkten im Quartal 1/2007 zwar weiter verbessert, ist aber dennoch deutlich negativ.

Düstere Stimmung

Die Einzelindikatoren des GfK-Ärzteklima-Indexes dokumentieren durchweg die Unzufriedenheit unter den Hausärzten in Deutschland. Sowohl die Lage des Gesundheitssystems (-7 Punkte), die wirtschaftliche Lage der eigenen Praxis (-14 Punkte), die Gesundheitspolitik (-10 Punkte), als auch die Zu-friedenheit der Patienten (-9 Punkte) werden von den Haus­ärzten als schlecht bewertet. Ebenso negativ fallen ihre Erwartungen an die Zukunft aus. Die zukünftige wirtschaftliche Lage der eigenen Praxis wird mit -14 Punkten bewertet, die Entwicklung der Gesundheitspolitik mit -9 und der Indikator für die künftige Zufriedenheit der Patienten mit -15 Punkten.
Nach dem Inkrafttreten der jüngsten Gesundheitsreform zum 1. April dieses Jahres konnten die Ärzte im zweiten Quartal erste Erfahrungen mit den neuen Regelungen machen. Bei zwei von drei Ärzten waren diese negativ. Als besonders schlecht beurteilen die Hausärzte hierbei die fehlende Transparenz (81 Prozent), das neue Honorierungssystem (76 Prozent), die gesetzlichen Instrumente zur Mengensteuerung von medizinischen Leistungen (74 Prozent) und die Einschränkung der Therapiefreiheit (71 Prozent).
Insgesamt äußerten 87 Prozent der Mediziner, dass die aktuelle Reform das Gesundheitssystem auf dem Rücken der Ärzteschaft kos­tengünstiger machen soll.

Quelle: Presseaussendung von GfK

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