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Praxis 22. November 2007

Wer suchet, der findet

Experten vermuten, dass uns durch das Internet schon seit 1998 über eine Milliarde Seiten mit unterschiedlichsten Informationen zur Verfügung stehen. Hinzu kommt eine Vielzahl von zigtausend anderen Datensammlungen. Dieses faszinierende Medium mit Informationen über jedes erdenkliche Thema wurde über die vergangenen Jahre ein immer wichtigerer Bestandteil unseres Privat- und Berufslebens. Das große Informationsangebot und die schnelle Verfügbarkeit stellen heute allerdings ganz neue Anforderungen an die Nutzer.


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Leider gibt es für das Internet kein Service wie eine Telefonauskunft. Allerdings bieten diverse Suchmaschinen, Web-Verzeichnisse und Datenbanken eine breite Plattform für die individuelle Suche nach relevanten Informationen (www.suchfiebel.de).
Um rasch auf geeignete Informationsquellen zugreifen zu können, sollte im Vorfeld der Suche über geeignete Quellen und Anbieter nachgedacht werden. Die Websites von Zeitungen und Zeitschriften, Verbänden, Behörden oder Firmen können zum Beispiel die erste Anlaufstelle sein. Wichtige Kriterien, nach denen die Informationen unterschiedlicher Quellen bewertet werden, sind unter anderem Fach- und Branchenbezug, Aktualität und Zuverlässigkeit. Abhängig von der Thematik muss entschieden werden, welche Informationsquellen interessant sind und welche Art von Information (Textdokumente, Bilder, Videos, Formulare etc.) gesucht werden:
• Publikationen und Berichte zu medizinischen Fragestellungen
• Patientengerechte Informationen zu Krankheitsbildern, Gesundheitsvorsorge etc.
• Neueste Forschungsergebnisse
• Preisvergleich von Arzneimitteln
• Zugriff auf Online-Shops zum bestellen von Arzneimitteln
• Anforderung oder Download von Formularen
Dank der vielfältigen Kommunikationsmöglichkeiten im Internet entstehen fast täglich neue Gesundheits-Communities und medizinische Plattformen, in denen nicht nur gesucht werden kann, sondern die ebenso Kontakte zwischen Experten und Kollegen und Raum für eigene Beiträge und Publikationen erlauben.

Informationen ködern

Nur eben eine Frage klären? Schnell einmal etwas heraussuchen und dies nur mit einem einzigen Suchbegriff? Das ist wie ein Sechser im Lotto! Wer wirklich das Richtige finden möchte, muss systematisch suchen. Voraussetzung ist, selbst zu wissen, wo und wie für unterschiedliche Informationsbedürfnisse gesucht werden kann.
Für die erfolgreiche und schnelle Suche im Internet ist darum eine klare, möglichst präzise Abgrenzung der Fragestellung erforderlich – gewissermaßen einen geeigneten Köder oder die richtige Einkaufsliste.
Jeder Suchprozess besteht – exklusive der Vorbereitung – aus mindestens drei Teilschritten (siehe Fakten). Doch eine Suche bleibt selten allein. Gerade die breit gefächerten Suchmöglichkeiten einerseits und die große (zu große) Menge an Informationen andererseits erfordern einen dynamischen Suchprozess. Im Lauf der Recherche werden die Schritte der Online-Fahndung immer wieder neu überdacht und angepasst. Um auch außergewöhnliche Treffer zu erhalten, sollten „Einfühlungsvermögen“ und „kreative Einfälle“ ein wichtiger Bestandteil jeder Suche sein. So sammelt der Nutzer von Tag zu Tag immer mehr Erfahrungen und optimiert so seine persönliche Suchstrategie.
Damit das Suchen mit geeigneten Informationsquellen und Suchmaschinen nicht zur Jagd nach der Nadel im Heuhaufen wird, sollte zuerst die richtige Bedienungsanleitung aufgespürt werden. Warum nicht mal die Google-Hilfe befragen (www.google.at/help/basics.html) oder zusätzliche Funktionen nutzen (www.google.at/intl/de/features.html). Und wer aufmerksam ist, findet immer wieder neue Möglichkeiten der Suche, etwa nach Orten wie mit Google Maps (siehe Abbildung).
Doch nicht nur das eigene Nachforschen ist ein wichtiges Thema, sondern auch wie sich Informationen über die eigene Person im Internet ablegen lassen: Was steht auf meiner Homepage? In welchen Internetportalen und Verzeichnissen bin ich und meine Ordination/Praxis eingetragen? In welchen Online-Zeitschriften kann ich publizieren? Ihr persönlicher „Kompetenzköder“ sollte zuerst wohl überlegt sein, bevor er ausgeworfen wird.

Favoriten anlegen und verwalten

Mit jeder Suche steigt auch das Bedürfnis, die gefundenen Informationsquellen zu speichern, zu verwalten und zu ergänzen, denn manche Informationsquellen sind tatsächlich Gold wert. Besondere Funde sollten daher sicher verwahrt werden. Egal ob Internet Explorer oder andere Internetbrowser, alle können Favoriten speichern, verwalten, exportieren und wieder importieren.
Und wie ist das mit dem richtigen Nachrichtenabonnement? Persönliche Nachrichteneinstellungen können mithilfe von RSS (Really Simple Syndication), einem elektronischen Nachrichtenformat, und dank moderner Browser bezogen werden.
Neuigkeiten können aber auch in anderen Formen konsumiert werden: Einfach einmal zuhören – das Angebot von Medieninformationen (Audio und Video) zu fachlichen Themen nimmt von Tag zu Tag zu. Statt zu lesen, können entsprechende kostenlose Sendungen abonniert werden. Das Zauberwort heißt Podcast – einfach mal suchen, was es online schon zu hören gibt (www.podcast.de/suche/nach/Medizin).

Dipl. Inform. Jutta Becker,
Unternehmensberatung,
Herrandgasse 9, 8010 Graz,
www.jutta-becker.com,

Dipl. Inform. Jutta Becker, Ärzte Woche 47/2007

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