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Praxis 27. Juni 2007

Der Zweitwagen im Licht der Prüfung von Lohnabgaben

Beim Resümee über die im letzten Jahr durchgeführten Betriebs­prüfungen in der Innsbrucker MEDTAX-Steuerberatungskanzlei Jünger wurde unter anderem bei der Prüfung der lohnabhängigen Abgaben eine deutlich schärfere Brise geortet.

Der raue Wind kommt laut Horst Jünger von der so genannten GPLA-Prüfung. „Darunter ist die gemeinsame Prüfung der lohnabhängigen Abgaben wie Sozialversicherung, Lohnsteuer und Kommunalsteuer zu verstehen.“ Früher wurden diese Abgaben getrennt von den jeweils zuständigen Behörden, also durch Gebietskrankenkasse, Finanzamt und Gemeinde, und vor allem zu verschiedenen Zeitpunkten geprüft. Mit Einführung der GPLA-Prüfung werden seit 1.1.2003 alle diese Abgaben im Rahmen eines Vorganges geprüft. „Die Prüfung wird dabei im Regelfall von einem Prüf­organ aus dem Bereich der Sozialversicherung oder der Finanzverwaltung durchgeführt“, so Jünger. Anders als bisher wollen die Prüfer der lohnabhängigen Abgaben in letzter Zeit immer häufiger den gesamten Jahresabschluss sehen. „Dabei wird auch verstärkt auf die Anzahl der im Betriebsvermögen befindlichen Autos geachtet und natürlich auch hinterfragt, wer mit einem eventuellen Zweitwagen fährt“, berichtet Jünger. Die Autos in Betrieben sind also mittlerweile bei Prüfern aller Art im Visier.

Sachbezug ist unangenehm

Sollte ein Arzt also beispielsweise seine Gattin in der Ordination beschäftigt haben, tippt die Behörde auf diese und macht sich sogleich daran, die Sachbezüge für die mutmaßlichen Privatfahrten der Ehegattin mit dem Firmenfahrzeug zu berechnen. „Dies hat zur Folge, dass 1,5 Prozent vom Anschaffungswert des betreffenden Fahrzeuges maximiert mit 600 Euro zum monatlichen Bruttoentgelt hinzugerechnet und damit den Lohnabgaben unterworfen werden. Daraus kann sich eine satte Nachzahlung ergeben.“ Nur wenn eine deutlich geringere Nutzung von weniger als 500 Kilometer pro Monat nachgewiesen werden kann, kommt der reduzierte Satz von 0,75 Prozent zum Tragen. Jünger empfiehlt daher, zur Vermeidung dieser Nachzahlungen möglichst genaue Aufzeichnungen über die betrieblichen Fahrten mit dem Zweitwagen zu machen und auch alle privaten Fahrten aufzuzeichnen. „Somit können alle privaten Fahrten, auch die des Ehepartners, sauber über den Privatanteil ausgeschieden werden.“ Doch Vorsicht: „Als private Fahrten der Gattin gelten auch jene zwischen Wohnsitz und Ordination.“ Wer die verschiedenen Auswirkungen auf die Finanzen berechnet, kommt in der Regel zu einem klaren Ergebnis: „Da Sachbezüge nicht nur lohnsteuer-, sondern auch Sozialversicherungs- und kommunalsteuerpflichtig sind, kommt diese Vorgangsweise jedoch allemal günstiger als die nachträgliche Erzeugung von Sachbezügen im Zuge einer späteren GPLA-Prüfung.“

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