zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 28. Juni 2007

Sinnvoll sparen bei Heilmitteln

Die Krankenkassen trachten danach, die Ausgaben für die Gesundheitsversorgung ihrer Versicherten gering zu halten. Die Behandlungsqualität soll darunter allerdings nicht leiden.

Arzt und Patient wünschen sich Heilung mit Hilfe der bestmöglichen Therapie. Der Blickwinkel der Krankenkassen ist der von Public Health: Alle sollen möglichst gut behandelt werden. Das Ziel lautet dann etwa, die Herz-Kreislauf-Mortalität zu verringern. Das Burgenland kann hier mit einem Erfolg aufwarten: Zwischen 1991 und 2001 ist die durchschnittliche Lebenserwartung um drei Jahre angestiegen. „Diese dramatische Steigerung kann medizinisch allein nicht argumentiert werden“, sagt DI Berthold Reichardt, der für die Burgenländische Gebietskrankenkasse ökonomische Versorgungs-Untersuchungen durchführt. In den vergangenen sieben Jahren wurden im Burgenland 40 Prozent mehr ACE-Hemmer verrechnet als in den Jahren davor. Bringt die höhere Versorgungsdichte eine Verbesserung der Versorgungsqualität? Eine kürzlich publizierte prospektive Studie zeigt: Patienten nach Herzinfarkt, die State of the Art mit den vier Medikamenten Thrombozyten- und ACE-Hemmer, Betablocker sowie Statine versorgt sind, haben einen signifikanten Überlebensvorteil gegenüber Patienten, die nicht optimal versorgt werden.Die Krankenkassen sind natürlich an einem hohen Generika-Anteil interessiert. Die Einsparpotenziale sind groß. Reichhardt: „Wir geben bei den Protonenpumpenhemmern jährlich 150 Millionen Euro aus. Wäre die Hälfte davon Generika, könnten wir bei gleicher Qualität 40 Prozent der Kosten sparen.“
Aber wie können Ärzte und Patienten motiviert werden, Generika anzunehmen? In einem Modellversuch mit einer Betriebskrankenkasse mit Schwerpunkt Amstetten wurde die Rezeptgebühr für Generika um einen Euro gesenkt. Der Versuch scheint gelungen. Reichardt: „Im Vergleich zur Entwicklung der NÖ Gebietskrankenkassen wurde innerhalb weniger Quartale eine Einsparung von 20.000 Euro erzielt.“

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben