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Praxis 15. Mai 2007

Neuregelung bei Arbeitszeiten

Die geplante Neuregelung der Bezahlung bringt eine Besserstellung für Teilzeitkräfte und damit gleichzeitig eine Verschärfung der Situation für Ärzte als Dienstgeber.

„Wir haben uns die von der Regierung ab nächstem Jahr angekündigte Neuregelung der Arbeitszeit angesehen und festgestellt, dass viele niedergelassene Ärzte davon negativ betroffen sein werden“, so Mag. Wolfgang Leonhart, MEDTAX-Ärztesteuerberater aus Wien.

Überstundenzuschlag

Neben der Liberalisierung von längeren Arbeitszeiten, die vor allem Großbetrieben etwas bringt, ist vorgesehen, dass Teilzeitkräfte bei Überschreiten der individuell vereinbarten Arbeitszeit ein Überstundenzuschlag von 25 Prozent zusteht. Diese geplante Neuerung wird laut Leonhart viele Ärzte treffen.

Mehrarbeitsstunden

„Wir wissen aus den hunderten Personalverrechnungsakten unserer Klienten, dass nur ein Teil der in den Ordinationen beschäftigten DienstnehmerInnen mit 40 Stunden pro Woche voll beschäftigt ist. Dies liegt daran, dass die normalen Ordinationszeiten eine volle Beschäftigung oft nicht erforderlich machen.“ Wenn Bedarf besteht, etwa im Fall von Wochenenddiensten oder bei verstärktem Arbeitsanfall, werden die Arbeitszeiten einfach ausgedehnt und die zusätzlich gearbeiteten Stunden ausbezahlt. „Solange dabei die ,Normalarbeitszeit‘ von 40 Stunden pro Woche nicht überstiegen wird, erhält der Dienstnehmer dafür den aliquoten Stundenlohn“, so Leonhart. Man nennt dies dann „Mehrarbeitsstunden“. Nur bei Vorliegen von Überstunden, wenn also tatsächlich mehr als 40 Stunden pro Woche gearbeitet wird, fällt ein Überstundenzuschlag von 50 Prozent beziehungsweise 100 Prozent bei Sonntags-, Feiertags- oder Nachtarbeit an. „Dies würde sich im Rahmen der geplanten Neuregelung ändern. Es müsste dann nämlich auch für die Mehrarbeitsstunden der Zuschlag von 25 Prozent ähnlich wie für Überstunden bezahlt werden.“ Für viele Ärzte bedeutet dies aus Sicht von Leonhart eine von oben verordnete Kostensteigerung. „Der einzige auch in Zukunft mögliche Ausweg bestünde in diesem Fall darin, mit dem Dienstnehmer einen Zeitausgleich zu vereinbaren, also die zu viel geleisteten Stunden in Freizeit abzugelten. Diese Möglichkeit besteht natürlich auch jetzt schon.“

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