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Praxis 15. Mai 2007

Sicherheiten sind die Basis für Kredite

Wenn man Geld benötigt und eben dafür einen Kredit aufnimmt, kann man keine Sicherheiten geben. Sonst bräuchte man ja keinen Kredit. Was logisch klingt, erklärt letztendlich auch die Tatsache, dass Banken einen unglaublichen Wissenshunger verspüren. Man darf nicht überrascht sein, was Banken oder die jeweiligen Betreuer alles wissen wollen und welche Sicherheiten sie verlangen.

Man sollte sich einmal in die Lage versetzen, von einem Freund um Geld gebeten zu werden: Man kennt ihn seit langem, weiß, wie viel er verdient, kennt seinen Lebensstandard, weiß, wie viel sein Haus gekostet hat und wie viele Schulden er noch hat und dass vielleicht eine saftige Gehaltserhöhung ins Haus steht. Man weiß daher, dass er den gewünschten Betrag in kurzer Zeit zurückzahlen kann. Was jedoch, wenn man diese Information nicht gehabt hätte? Unter welchen Voraussetzungen würde man dann Geld verborgen? „Man sollte diesen Gedanken wirklich einmal durchspielen“, so Dagmar Triller, Financial Manager des Basler Ärztedienstes. „Dann ist man vielleicht nicht mehr überrascht, was Banken oder eben die jeweiligen Betreuer alles wissen wollen und welche Sicherheiten für Kredite verlangt werden.“ Die Banken unterscheiden zwischen materiellen und immateriellen Sicherheiten. Erstere sind bewertbar und realisierbar wie etwa Hypotheken und Barwerte. Immaterielle Sicherheiten sind bonitätsabhängig wie etwa Bürgen oder Mitschuldner.

Pfandrechtseintragung

Wer eine Finanzierung für Wohnraumschaffung benötigt, kann davon ausgehen, dass die Bank eine Pfandrechtseintragung auf dieser Liegenschaft vornimmt, wobei die gebührenpflichtige Eintragung laut Triller in zwei Formen möglich ist. „Bei der Darlehenshypothek ist der gewährte Darlehensbetrag zuzüglich definierter Zinsen, Verzugszinsen und Nebengebühren eingetragen.“ Diese Hypothek ist nicht wieder ausnützbar und kann auf weitere Darlehen nicht übertragen werden. „Im Unterschied dazu kann die Höchstbetragshypothek immer wieder zur Besicherung von weiteren Krediten herangezogen werden und ist in der Regel bis zu 120 Prozent des Kreditbetrages eingetragen.“ Es besteht jedoch laut Triller auch die Möglichkeit, auf die Eintragung zu verzichten und lediglich die Pfandurkunde zu hinterlegen. Dieses Dokument stellt eine immaterielle Sicherheit dar und wird aus diesem Grunde auch nicht so gerne akzeptiert. Auch bereits bestehende Lebensversicherungen werden gerne als Sicherheit herangezogen, da sie bei Verpfändung ebenfalls eine materielle Sicherheit für die Bank darstellen. Es wird natürlich auch immer eine Risikoversicherung verlangt, die bei Ableben der versicherten Person die Versicherungssumme meist in Höhe des Kreditbetrages an die Bank bezahlt.

Wertpapierdepots

Es können auch vorhandene Wertpapierdepots herangezogen werden. „Auch sämtliche Arten von Sparbüchern, natürlich auch von anderen Banken.“ Triller warnt: „Man muss sein Sparbuch nicht auflösen, um es bei der finanzierenden Bank neu anzulegen und dadurch womöglich einen Zinsverlust in Kauf zu nehmen.“ Guthaben von angesparten Bausparverträgen werden auch gerne herangezogen. Wer sicher gehen will, sollte regelmäßig überprüfen, welche Sicherheiten für welches Obligo gerade verwendet werden. Triller empfiehlt dies jedenfalls dringend neben der regelmäßigen Überprüfung von Vermögen und Verbindlichkeiten. „Es gibt schließlich viele Möglichkeiten der Besicherung, deren Kosten sich erheblich voneinander unterscheiden.“

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