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Praxis 15. Mai 2007

Auto kaufen oder leasen?

Wer ein Auto kauft, hat nicht nur die Wahl zwischen zahllosen Modellen, er muss sich auch über die richtige Finanzierungsvariante Gedanken machen.

Hat man sich einmal entschieden, sein KFZ mit Fremdmitteln anzuschaffen, muss man sich nur noch mit zahllosen Finanzierungsvarianten auseinandersetzen. Sofern es sich um ein betrieblich genutztes KFZ handelt, müssen auch steuerliche Überlegungen in die Planung einfließen. Eines gleich vorweg: Zwischen Kauf auf Kredit und herkömmlichem „Finanzierungsleasing“ besteht aus steuerlicher Sicht kein Unterschied. Die Anschaffungskosten eines Autos müssen nämlich steuerlich in jedem Fall auf acht Jahre verteilt werden, auch wenn die Finanzierungsdauer kürzer ist. Daher fällt die Entscheidung über die Gesamtkosten. So genügt es, die finanzielle Belastung zwischen einem Leasingangebot und einem Kreditangebot zu vergleichen. Dies fällt allerdings oft schwer, da Leasingverträge häufig mit Anzahlungen und/oder Restwerten ausgestattet sind. Eines gilt jedoch für alle Leasingverträge: Der Kunde hat nach der Leasingphase ein „Andienungsrecht“, kann also entscheiden, ob er das Auto zum vorher errechneten Restwert selbst weiter verwertet oder an die Leasinggesellschaft zurückgibt. Da die Restwerte anhand von Dauer und Kilometerleistung für die Leasinggesellschaft eher risikolos kalkuliert werden, besteht am Ende des Leasingvertrags meistens eine Differenz zwischen errechnetem Restwert und Verkehrswert zugunsten des Leasingnehmers. Diese Gedanken sind daher bei der Entscheidung zwischen Kauf und Leasing unerheblich. Leasing ist vielen Kunden aufgrund der einfacheren Handhabung einfach sympathischer, aber ein Kostenvergleich schadet in keinem Fall. Gänzlich anders ist die Situation beim so genannten Operating-Leasing. Der Leasingnehmer verzichtet hierbei auf ein Andienungsrecht. Dies sorgt dafür, dass die Leasingraten nicht auf acht Jahre verteilt werden müssen, sondern „steuerschonend“ unmittelbar als Betriebsausgabe abgesetzt werden können. Allerdings befindet sich der tatsächlich errechenbare steuerliche Vorteil in geringer Größenordnung, da man nicht den tatsächlichen Abschreibungsunterschied berechnen darf, sondern nur die kalkulatorischen Zinsen, die sich aus der um einige Jahre vorgezogenen Abschreibung ergeben.Aus dem Verzicht auf das Andienungsrecht ergibt sich jedoch unter Umständen ein Nachteil für den Leasingnehmer, der das Auto zwar rasch finanziert hat, den üblicherweise vorhandenen Unterschied zwischen kalkuliertem Restwert und Verkehrswert jedoch nicht vertraglich zugesichert für sich nutzen kann.

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