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Praxis 10. Mai 2007

Finanzbereich komplett neu geordnet

Ein Arzt aus Salzburg hat seinen Traum als selbständiger Mediziner wahr gemacht. Hierbei hat er sämtliche Register kluger Planung und Durchführung gezogen. Als Wahlarzt kann er Medizin nach seinem Stil anbieten. So setzt er einerseits auf Sparsamkeit, andererseits auf erstklassige Qualität mit festgelegten Kriterien und Kooperation mit anderen Ärzten.

Dr. Robert Schneider ist Facharzt für Augenheilkunde auf Wahlarztbasis. Er betreibt eine Hauptordination in St. Gilgen am Wolfgangsee sowie eine Nebenordination in Oberndorf im Salzburger Flachgau. „Die Kleinordination in Oberndorf ist schon länger in Betrieb, diese war als Starthilfe für die Hauptordination am Wolfgangsee sicherlich sehr wichtig“, so Schneider. In Oberndorf wird ein Tag pro Woche zur Untermiete bei einem Kassenarzt für Augenheilkunde ordiniert. „Die Terminvereinbarung für die kleine Ordination in Oberndorf erfolgt durch ein Call-Center. Mir war wichtig, nicht neben meiner Hauptarbeit durch Telefonate gestört zu werden.“ Damals war Schneider, der übrigens auch Gesundheitsmanagement auf der Donau-Universität studiert hat, noch bei der Salzburger Gebietskrankenkasse beschäftigt. Mittlerweile ist er Vollzeitwahlarzt ohne Nebenbeschäftigung, in St. Gilgen ist er als Untermieter bei einem Allgemeinmediziner mit Kassenvertrag eingemietet. Dieser besitzt das Gebäude und vermietet mittlerweile den Anbau an mehrere Wahlärzte. Bereits vor sechs Jahren hat sich dort ein Gynäkologe auf Wahlarztbasis niedergelassen, was für Schneider zahlreiche Vorteile bietet. „Einerseits hat sich eine enge Kooperation im fachlichen Bereich etwa bei Mutter-Kind-Pässen ergeben, andererseits hat der Kollege in der gesamten Wolfgangsee-Region den Begriff Wahlarzt bereits in der Bevölkerung verankert.“ Nicht zuletzt darf die Tatsache erwähnt werden, dass Anmeldebereich und Terminvergabe gemeinsam genutzt werden.

Suche mit langer Vorgeschichte

Doch was so selbstverständlich klingt, hat eine lange Vorgeschichte. Denn die Suche nach einem geeigneten Standort war nicht so einfach. Schneider hatte sich bereits selbst einige Gedanken gemacht, wandte sich jedoch trotzdem an Dagmar Triller vom Basler Ärztedienst, der eine EDV-gestützte Standortanalyse für Ärzte in Österreich anbietet. Das Steirische Salzkammergut wäre hierbei erste Wahl gewesen, doch der Wohnort in Salzburg machte die Region Wolfgangsee als Kompromiss tragfähig. Schließlich verschlug ihn die Suche nach geeigneten Rahmenbedingungen nach St. Gilgen. Seine günstige Wohnlage in Salzburg macht das möglich. „In der Klinik gab es oft langwierige Morgenbesprechungen, diese Zeit verbringe ich jetzt im Auto mit dem Morgenjournal von Ö1“, merkt Schneider schmunzelnd an.

Zweitstudium Wirtschaft

Die Ordination wird nun gemietet, wobei Schneider zusätzlich eine Gebühr für die Mitnutzung der Infrastruktur bezahlt. So waren „nur“ die Erstinvestitionen für die Einrichtung und Geräte zu finanzieren. Hierbei kam ihm offenbar sein Zweitstudium zugute, denn er hielt mit weniger als 100.000 Euro sämtliche Richtlinien der Sparsamkeit ein, wobei er auch gute Gebrauchtgeräte in seinem Inventar hat. Die Finanzierung dieser Summe war für Dagmar Triller kein Problem. „Die Probleme sind bei der Aufarbeitung der privaten Altlasten aufgetaucht.“ So hat Triller nicht nur grobe Fehler bei der Finanzierung des Eigenheims von Schneider entdeckt und ausgebügelt, sondern auch Licht in den Dschungel der Versicherungen und Geldanlageprodukte gebracht. „Wir wurden in den vergangenen Jahren von Banken und Finanzdienstleistern nur so gestürmt, die uns alle im Sinne von Optimierung etwas angedreht haben. Entstanden ist ein unüberblickbares Chaos an Verträgen“, so Schneider. Spannend war die Auflösung eines Kreditvertrages, bei dem die Bank hohe Pönale-Forderungen stellte. Für Triller auch ganz klar ein Indiz, dass der Arzt damals über den Tisch gezogen wurde. Im Versicherungsbereich war auch Verwandtschaft im Spiel. Die Geschäftsbeziehung zum Basler Ärztedienst hat sich für ihn jedenfalls ausgezahlt. „Der Preis für die Dienstleistung war von Beginn an klar ausgemacht und nun habe ich eine übersichtliche Struktur im Finanzbereich aus einem Guss.“

Hochwertige Dienstleistung

Schneider setzt in seiner Wahlarztordination jedenfalls auf hochwertige Dienstleistung, wobei er verschiedene Paketpreise verrechnet und für die Patienten die gesamte Wahlarztrückerstattung abwickelt. Im Vergleich zu Optikern, die für Sehtests bis zu 29 Euro verlangen, sieht er sich jedoch immer noch als preiswert an. „Das entspricht in etwa dem Selbstbehalt der Patienten, bei mir gibt es aber die komplette augenärztliche Untersuchung und Betreuung dazu.“

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