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Praxis 24. April 2007

Wer sich gut verkauft, hat Vorteile

Basel II wurde ausgearbeitet, um die Sicherheit der Banken vor Kreditausfällen zu gewährleisten. Das Regelwerk schreibt die Bonitätsprüfung der Kreditnehmer vor und bestimmt durch das Ergebnis des sogenannten Ratings, wie hoch die Eigenkapitalhinterlegung der Bank für jeden einzelnen vergebenen Kredit sein muss. Somit sind die Kreditkonditionen auch vom „Verkaufen“ der Bonität abhängig.

Nicht nur die Konditionen, sondern schon die Entscheidung über eine Kreditvergabe wird über die Kriterien von Basel II beeinflusst. Zusätzlich erschwert wird die Kreditaufnahme heutzutage immer häufiger durch die Tatsache, dass es sich etwa bei einer Praxisgründung nur noch selten um einen Kassenarzt handelt. „Daher wird es immer schwieriger, einen Kredit zu bekommen“, weiß Dagmar Triller, Financial Manager des Basler Ärztedienstes. Wichtige Voraussetzung für eine Kreditvergabe aus Sicht von Triller: „Die sogenannten Soft Facts, also sich gegenüber der Bank gut verkaufen zu können.“

Goldene Zeiten sind vorbei

Früher war es üblich, bei Kreditwunsch einfach einmal mit der Bank zu sprechen und die gebrauchte Geldmenge zu nennen. Diese Zeiten sind längst vorbei. Selbst bei bester Bonität sind einige Voraussetzungen notwendig. So muss ein exaktes Investitionsvolumen vorliegen, auch Umbaukosten müssen exakt abgeschätzt werden. „Die Bank möchte auch bereits Kostenvoranschläge ­sehen.“ Wichtig ist laut Triller ein Businessplan: „Dieser sollte sich mit der Frage ,Kaufen oder mieten?‘ auseinandergesetzt haben und der Bank genau vermitteln, warum der Arzt genau den gewünschten Standort gewählt hat. Wie sieht beispielsweise die Bevölkerungs- und Einkommensstruktur aus? Hat das betreffende Fach gute Chancen? Wie sieht die Marketingplanung aus? Bestehen Chancen, die Dienstleistung auch an den Mann zu bringen?“ Triller betont weiter: „Die Bank möchte jedenfalls vorgerechnet haben, dass das Unternehmen Arztpraxis wirtschaftliche Überlebenschancen hat. Daher müssen auch die Betriebskosten wie Personal, Miete und Nebenkosten genau einkalkuliert werden, auch unter Berücksichtigung eventueller Anlaufverluste im ersten halben Jahr.“

Gute Vorbereitung

Dieser Plan kann den Ausschlag für die Genehmigung einer Finanzierung geben, die ohne entsprechende Vorbereitung aussichtslos wäre. Ärzte sollten daher niemals unvorbereitet zur Bank gehen. Trotzdem ist eine Bittstellerrolle des Arztes laut Triller fehl am Platze. „Ärzte sind immer noch hochwertige Kunden und daher eine gefragte Klientel, nicht nur bei Banken.“

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