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Praxis 18. Oktober 2007

Das Maß aller Vortragsdinge (Teil 4)

Teil 4 der Ärzte-Woche-Serie über Vortragstechnik beschäftigt sich mit PowerPoint. Mit dieser oft genutzten Software können die zentralen Inhalte von Vorträgen wirkungsvoll visuell dargestellt werden. Allerdings sollte beachtet werden, dass dieses Programm ein Referat zwar unterstützt, aber die persönliche Präsentation nicht ersetzt.

 PowerPoint
So hilfreich sie sind – PowerPoint-Folien sollten mit Maß und Ziel eingesetzt werden.

Foto: Buenos Dias/photos.com

„Presenter“ kennt fast niemand. So hieß ursprünglich ein Programm, das vom US-Unternehmen Forethought entwickelt wurde. Im August 1987 wurde diese Software-Schmiede vom Marktgiganten Microsoft aufgekauft. Seither ist das Programm kontinuierlich weiterentwickelt worden. Laut Schätzungen von deutschen Wissenschaftlern wurde es bereits 2001 rund 35 Millionen Mal pro Tag verwendet, um Wissen visuell zu präsentieren. Unter dem Namen „PowerPoint“ kennt diese Software deshalb heute fast jeder.
Zu PowerPoint gibt es vor allem dann meist nur wenige Alternativen, wenn vor einem großen Publikum referiert wird und die Vortragenden somit auf eine großflächige visuelle Präsentation angewiesen sind. Mit dieser gängigen Software können auf einfache Weise die wichtigsten Inhalte eines Vortrags in Form von Einzelseiten erfasst werden. Diese Folien können dann von einem Laptop aus mit Hilfe so genannter Beamer auf Leinwänden oder anderen Projektionsflächen vergrößert dargestellt werden.

PowerPoint ist kein Ersatz für das gesprochene Wort

Das simple Handling und die Tatsache, dass PowerPoint-Equipment längst zur Basisausstattung von Veranstaltungszentren zählt, haben nicht unwesentlich zum Siegeszug dieser Präsentationstechnik beigetragen. Zahlreiche Vortragende setzen deshalb auf die userfreundliche Software. Laut Rhetorik-Experten sollten Referenten aber gerade dann genau darauf achten, wie sie sich vor und nach einer Präsentation selbst als Person und Redner vorstellen, wenn sie PowerPoint verwenden. Denn das Programm unterstützt Vortragende, aber es kann sie nicht ersetzen.
Wer die Software nutzt, sollte also nicht sofort nach dem Erklimmen des Podiums schon die erste Folie projizieren. Ebenso wenig sollte er sein Referat zeitgleich mit der letzten und einem gemurmelten „Ich danke für Ihre Aufmerksamkeit“ schließen. Bei einer derartigen Vortragstechnik wäre es leicht möglich, dass auch fundierte neue wissenschaftliche Erkenntnisse nicht die gebührende Aufmerksamkeit fänden.
Die Aufmerksamkeit der Zuhörer sollte auch nicht durch zu viele mit PowerPoint dargestellte Informationen beansprucht werden. Laut Monika Gretschmann, der Autorin des empfehlenswerten „Großen Buches PowerPoint 2007“ aus dem Verlag Data Becker, sollten pro Folie maximal fünf Aufzählungspunkte aufgelistet werden. Diese sollten auf maximal elf Zeilen verteilt sein. Weiters sollen pro Zeile höchstens 50 Zeichen Platz finden. Die Gesamtzahl an Folien kann nach der Formel „Dauer des Vortrags geteilt durch drei“ berechnet werden. Das ergeben also zum Beispiel für ein 15-minütiges Referat fünf Folien. Das scheint wenig zu sein, jeder Kongressbesucher weiß jedoch aus eigener Erfahrung, dass es oft nicht möglich ist, 40, 50 oder mehr Folien mit höchster Konzentration zu folgen – und mögen sie inhaltlich von noch so gro­ßer Bedeutung sein.

Schriftarten und -größen sind entscheidend

Wer sich für eine geeignete Zahl von Folien entschieden hat, kann sich der Auswahl geeigneter Schriftarten und -größen zuwenden. Die Sachbuchautorin Gretschmann empfiehlt serifenlose Schriften wie Arial, Tahoma und Verdana, die aufgrund ihrer Einfachheit und Schnörkellosigkeit gerade aus der Distanz besser lesbar seien. Serifen sind übrigens kleine abschließende Querstriche am oberen oder unteren Ende von Buchstaben. Eine gängige Schrift mit Serifen ist etwa die Times New Roman. Schriftsorten wie Titel, Untertitel, Text und Beschriftungen sollten jeweils einheitlich groß gestaltet werden.

Bunt durch Bilder

Vor allem sollte auch darauf geachtet werden, auf jeden Fall eine Schriftgröße auszuwählen, die auch von der letzten Reihe des Vortragssaals aus problemlos gelesen werden kann.
Bilder und Grafiken können einen Vortrag bunter und lebendiger machen. Audio- oder Videofiles können ebenfalls in PowerPoint-Präsentationen eingebettet oder mit diesen verknüpft werden. Wenn solche Elemente, die für Abwechslung und Entspannung sorgen, sinnvoll eingesetzt werden, tragen sie dazu bei, dass das Publikum dem Vortrag während dessen gesamter Dauer mit größtmöglicher Aufmerksamkeit folgt.

 Fakten

Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche 42/2007

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