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Praxis 25. Oktober 2007

Vortrag ohne PowerPoint (Teil 5)

PowerPoint wird jeden Tag millionenfach für visuelle Darstellungen der Inhalte von Referaten genutzt. Doch es geht auch anders: Teil 5 der Artikelserie über Vortragstechnik stellt altbewährte und neue Alternativen zu Microsofts Präsentationsprogramm vor.

 Vortrag

Foto: Buenos Dias/photos.com

Wenn die Zuhörer bei einem Kongress bereits vier einstündige PowerPoint-Präsentationen hinter sich haben, soll es schon vorgekommen sein, dass sie der fünften nicht mehr ihre volle Aufmerksamkeit schenken. Selbst dann, wenn diese mit ganz besonders vielen bunten Grafiken und liebevoll gestalteten Animationen aufwartet.In solchen Fällen kann der Verzicht auf PowerPoint vom Publikum durchaus als angenehme Abwechslung aufgenommen werden. Wer PowerPoint nicht verwenden will, kann natürlich auch ganz auf eine visuelle Darstellung der Kerninhalte eines Referats verzichten oder Hand-outs verteilen, also Handzettel mit den wichtigsten Aussagen oder Zahlen.
Ein altbewährtes Hilfsmittel für Präsentationen und Besprechungen ist das „Flipchart“ – was als „Umblätter-Diagramm“ übersetzt werden kann. Das Flipchart kann allerdings nur dann eingesetzt werden, wenn Vortragssaal und Zuhörerschaft nicht allzu groß sind.
Das Flipchart besteht aus einer großen Platte, die mit Hilfe eines dreibeinigen Ständers gut sichtbar aufgestellt wird. Auf der Platte ist ein großformatiger Papierblock befestigt, auf den der Vortragende dann mit dicken Filzstiften schreiben und zeichnen kann. Um ein neues Blatt zu präsentieren, wird das vorhergehende vom Block abgerissen oder nach hinten umgeschlagen. Neben unliniertem Papier gibt es für Flipcharts auch in weitem Raster kariertes.

Grundregeln für den wirkungsvollen Einsatz

Vortragscoaches empfehlen, einige Grundregeln zu beachten, um ein Flipchart wirkungsvoll einzusetzen. Dazu zählt etwa, die einzelnen Blätter sparsam und nur in den oberen zwei Dritteln zu beschriften. Außerdem sollten möglichst breite Stifte verwendet und große Buchstaben gemalt werden, die auch von weitem lesbar sind. Wer gut und gerne schreibt und zeichnet, gestaltet die einzelnen Blätter vor den Zuschauern und setzt das Flipchart so am wirkungsvollsten ein. Wer sich dabei nicht wohl fühlt, kann die einzelnen Blätter auch im Voraus beschriften.
Das „Whiteboard“ ist eine Weiterentwicklung der nur mit Kreide beschreibbaren Schultafel. Es hat eine spezielle, glatte Oberfläche aus meist weißem Kunststoff oder weiß emailliertem Metallblech und wird mit speziellen Filzmarkern beschriftet. Das Geschriebene lässt sich mit einem trockenen Schwamm leicht abwischen. Das Whiteboard kann bei Vorträgen etwa dann sinnvoll eingesetzt werden, wenn Anregungen aus dem Publikum direkt aufgegriffen und notiert werden sollen.

Die „Metaplan-Methode“

Nach der „Metaplan-Methode“ werden die unterschiedlichen Diskussionsbeiträge von Teilnehmern auf farbigen Karten mitgeschrieben und dann an Pinnwände aus Packpapier, Kork oder Metall geheftet. Da solche Karten meist nicht sehr groß sind, ist diese Visualisierungstechnik nur für einen relativ kleinen Zuhörerkreis geeignet.
Der Overhead-Projektor stammt zwar aus der nicht-digitalen technischen „Steinzeit“, kann aber nichtsdestotrotz heute noch bei Vorträgen gute Dienste leisten – immerhin sind zahlreiche Veranstaltungsräume noch damit ausgerüs­tet. Die ersten Overhead-Projektoren wurden übrigens in den 40-er Jahren des vorigen Jahrhunderts von der Polizei in den USA eingesetzt, um durch Übereinanderlegen von Folien mit physiognomischen Merkmalen „Porträts“ Verdächtiger zu erstellen.

Der „gute alte“ Overhead-Projektor

Overhead-Projektoren sind im Grunde genommen die Vorläufer der PowerPoint-Technologie und projizieren die Beschriftung und Grafiken auf Kunststofffolien auf eine plane Oberfläche. Dies geschieht, indem Licht durch Linsen, Spiegel und die Folie geleitet wird. Die Overhead-Projektion kann gegenüber der modernen, digitalen Variante immer noch Vorteile haben: Sie ist in aller Regel auch ohne Verdunklung sichtbar, Folien können „live“ vor den Zuhörern beschriftet werden und die Technologie ist insgesamt vergleichsweise wenig störanfällig.

Mag. Dietmar Schobel, Ärzte Woche 43/2007

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