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Praxis 5. Juli 2007

Gut vorbereitet in die Niederlassung gehen

Der Trend zur Niederlassung hält unverändert an. In den kommenden Jahren werden außerdem einige tausend Kassenpraxen aufgrund des Generationswechsels neu zu besetzen sein. Dies spiegelt sich auch bei der Nachfrage nach einschlägigen Seminaren wider.

„Die Beweggründe, als Arzt in die Niederlassung zu gehen, mögen unterschiedlich sein. Identisch sind allerdings die Gedankenschritte, die durchzudenken sind“, so Dir. Wilhelm Zieger vom Basler Ärztedienst, der mittlerweile im fünften Kooperationsjahr gemeinsam mit der Ärzte Woche Praxisgründungsseminare in ganz Österreich durchführt.

Philosophie steht immer ganz am Anfang

Am Anfang steht eine medizinische Philosophie sowie die Überlegung, ob man sich voraussichtlich in eine Kassen- oder in eine Wahlarztpraxis begeben wird. „Beim Wahlarzt herrschen gänzlich andere Voraussetzungen“, so Zieger. Ein Wahlarzt ist auf Selbstzahler angewiesen, die nur einen Teil des Honorars von ihrem Sozialversicherungsträger rück­erstattet bekommen. Das bedeutet, dass diese Patienten auch sehr anspruchsvoll sind. So reicht es heute nicht mehr, sich irgendwo mit einer „normalen“ ärztlichen Leistung niederzulassen. Man braucht schon konkrete Vorstellungen, was das Angebot angeht. „Und muss auch gezielt nach dem optimalen Standort suchen, diese Leistungen auch in entsprechendem Umfang gewinnbringend an den Mann bringen zu können.“
Als niedergelassener Arzt muss man sich heutzutage auch einiger Risiken bewusst sein. „Neben der finanziellen Verantwortung für Ordination und Familie muss man sich auch damit auseinandersetzen, dass man als Unternehmer für viele Dinge geradestehen muss, die für Angestellte kein Thema sind.“ Dies betrifft immer mehr die Themen Aufklärung und ärztliche Haftung. Das Praxisgründungsseminar wurde in diesen fünf gemeinsamen Jahren ständig adaptiert und an die Entwicklung im System angepasst. Wesentliche Element sind die Finanzierung sowie die Steuern, schließlich geht es in beiden Bereichen um sehr hohe Beträge. „Ein Arzt im Vollbetrieb arbeitet schließlich fast sechs Monate pro Jahr nur fürs Finanzamt.“ Umso wichtiger, dass man auf der Kostenseite alle Details beachtet.
Fix ins Seminar integriert ist nach wie vor das Praxisgründungsplanspiel. Bei diesem interaktiven Seminarteil gegen Ende des Seminars werden alle für einen Arzt relevanten Geldflüsse zusammengefasst. Ausgehend von einem Niederlassungswunsch, werden unter Zugrundelegung der privaten Finanzplanung eines fiktiven Arztes die Niederlassungsmöglichkeiten gemeinsam in der Gruppe ausgearbeitet.
Die Teilnehmer werden hierbei mit einem definierten Szenario konfrontiert, die finanziellen Auswirkungen von betriebswirtschaftlichen Entscheidungen werden in das Planspiel eingearbeitet. Der Teilnehmer erkennt so beispielsweise ganz genau die Auswirkung einer Investition auf das Nettoeinkommen. Dadurch entsteht eine komplette Finanzplanung für den betrieblichen und privaten Bereich, in der alle möglichen Kosten und Ertragspositionen ersichtlich sind.

 Fakten

Michael Dihlmann, Ärzte Woche 27/2007

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