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Praxis 22. November 2007

Abgesichert

Fast jeder Arzt kennt die Betriebsunterbrechungsversicherung für freiberuflich Tätige, und fast jeder niedergelassene Arzt hat diese Versicherung abgeschlossen und sichert sich so gegen die Verluste bei Stillstand seiner Praxis ab. Die wenigsten Ärzte aber wissen, dass auch der angestellte Arzt ein ähnlich gelagertes Problem hat. Die gute Nachricht: Er kann es mit der weitgehend unbekannten Verdienstausfallversicherung lösen.

„Die Grundüberlegung beim Abschluss einer Betriebsunterbrechungsversicherung ist, im Schadensfall eine Summe ausbezahlt zu bekommen, die ausreicht, die wirtschaftliche Existenz bis zur Wiederaufnahme des Betriebs durch Ersatz der weiterlaufenden Kosten und des entgangenen Gewinns zu erhalten“, erklärt Direktor Wilhelm Zieger vom Basler Ärztedienst.

Überstunden versichern

Eine Verdienstausfallversicherung leistet Ähnliches beim Tätigkeitsbereich angestellter Ärzte. „Diese Sparte leistet pauschalierten Ersatz für den entgehenden Verdienst aus Nacht-, Sonn- und Feiertagszulagen sowie Überstundenvergütungen eines Arztes im Angestelltenverhältnis etwa in einer Krankenanstalt. Nicht ersetzt werden Gehälter sowie Zulagen, die einen fixen Bestandteil des Gehalts darstellen und auch bei einem krankheits- oder unfallbedingten Krankenstand weiterlaufen. „Es wird also nur der Teil des Entgelts ersetzt, der im Falle eines Dienstausfalls wegfällt.“

Verdienstentfall wegen Krankheit und Unfall absichern

Die versicherten Gefahren sind Krankheit und Unfall, sofern eine vollständige Arbeitsunfähigkeit vorliegt. „Dabei ist es unerheblich, ob die Krankheit oder der Unfall in kausalem Zusammenhang mit dem Beruf steht oder im privaten Bereich auftritt“, erklärt Zieger. Natürlich darf – wie bei allen Sachversicherungen – die Versicherungssumme nicht höher sein als maximal die Gesamtheit der versicherbaren Zulagen, es gilt das sogenannte Bereicherungsverbot. „Die meisten Versicherungsgesellschaften begrenzen die Versicherungssumme ohnehin nach oben.“ Liegt keine Überversicherung vor, wird unter Berücksichtigung der Karenzzeit (meistens sieben Tage) für jeden Tag der Arbeitsverhinderung 1/360 der Versicherungssumme ersetzt.

Uneingeschränkte Haftungszeit

Ebenso wie bei der Betriebsunterbrechungsversicherung für freiberuflich Tätige sollte auch die Leistung aus der Verdienstausfallsversicherung nicht durch die Haftungszeit eingeschränkt sein. Das bedeutet, dass auch bei Wiedererkrankungen aus der gleichen Ursache ohne zeitliche Einschränkung bis zur Ausschöpfung der Versicherungssumme bezahlt wird. Zur Größenordnung der Prämien: Für einen Arzt unter 40 Jahren beträgt die Monatsprämie bei einer Versicherungssumme von 24.000 Euro (2.000 Euro „Sonderzahlungen“ pro Monat) etwa 20 Euro. „In Kombination mit einer Haftpflicht- und/oder Rechtsschutzversicherung wird diese Prämie meist noch durch Bündelrabatte reduziert.“ Bei einem über 40-jährigen Arzt erhöht sich diese Prämie auf etwa 25 Euro monatlich.

Michael Dihlmann, Ärzte Woche 47/2007

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