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Praxis 5. Juli 2007

Zentrum mit (fast) allen Fachrichtungen

Im 19. Wiener Gemeindebezirk gibt es ein medizinisches Zentrum, dessen Räume gemeinsam von einem Team aus 20 Ärzten und Therapeuten verschiedener Fachrichtungen genutzt wird.

„Die Grundidee war von Anfang an, ein medizinisches Zentrum aufzubauen, bei dem es schnelle und flexible Terminvereinbarung sowie eine umfassende und freundliche Betreuung gibt und eine möglichst große Bandbreite medizinischer Angebote zu leistbaren Preisen“, betont der Wiener Facharzt für Gynäkologie Dr. Mathias Rohla. Mit der Umsetzung dieser Vision begann er gemeinsam mit seinem Fachkollegen Dr. Martin Imhof im Jahr 2002. Im Juni des Vorjahrs konnten großzügige moderne Räumlichkeiten in einem eigenen Haus eröffnet werden – in diesem arbeiten in einem Time-Sharing-System derzeit auch drei weitere GynäkologInnen, eine Internistin, zwei Chirurgen, ein Urologe, eine Fachärztin für Anästhesie, ein Unfallchirurg, eine Allgemeinmedizinerin, eine Fachärztin für HNO, ein Orthopäde, eine Dermatologin, eine Kardiologin sowie ein Chiropraktiker. Zudem werden u. a. Akupunktur, Psychologie, Wirtschafts- sowie systemisches Coaching, Ernährungsberatung und Massage angeboten. Eng kooperiert wird mit einem nah gelegenen Labor, so dass eine Befundung oft noch am selben Tag möglich ist. Weiters wird die möglichst rasche Koordination röntgenologischer Untersuchungen angeboten.

Gemeinsame Entscheidungen

„Im Med19 (www.med19.at) – der Name hängt mit dem Bezirk zusammen – gibt es also Ärzte aus fast allen Fachrichtungen. Hinzu kommen wird in naher Zukunft auch ein Zahnvorsorgezentrum, das unter Supervision einer Zahnärztin laufen wird“, berichtet Rohla. Er ist zugleich Geschäftsführer einer Ges.m.b.H., in der auch Imhof vertreten ist und die als Träger des med19 fungiert. Die anderen Ärzte im med19 haben den Status als Mieter, „wobei wir Wert darauf legen, wichtige Entscheidungen so weit als möglich miteinander zu treffen“.
Das Zentrum hat einen gemeinsamen Empfang, die Arzthelferinnen sowie das Telefon- und EDV-System werden gemeinsam genutzt. „Ein Anliegen ist uns auch die gute interne Kommunikation. Zweimal im Jahr kommen alle Mieter des med19 zusammen für einen intensiveren Erfahrungs- und Bildungsaustausch – aber weil immer mehrere Fachärzte anwesend sind, kommt es ebenso ‚zwischendurch’ immer wieder zu einem intensiven interdisziplinären Austausch sowie gemeinsamer strukturierter Arbeit an Patienten.“ Ihre Philosophie sei, das Problem des Patienten aus allen möglichen Blickwinkeln zu betrachten.
Intern vereinbart wurden auch spezielle Tarife, wenn ein Patient mehrere Ärzte in Anspruch nimmt, „wobei dann natürlich ebenso die Termine möglichst an einem Tag koordiniert werden.“ Weiters wird derzeit an der Verbesserung der individuellen und streng gesicherten Befundweitergabe gearbeitet. „Wir wollen Patienten künftig im ‚Club med19’ verstärkt die Administration und Lagerung der Befunde sowie deren gemeinsame Analyse anbieten“, blickt Rohla in die Zukunft.

Zukunft der Versorgung

Ein weiterer Schwerpunkt des Zentrums ist die seit schon von Beginn an laufende Studientätigkeit: Momentan wird ein Soja-Extrakt in Bezug auf Symptome der Wechseljahre getestet.
„Gesundheitszentren mit Fachärzten aus verschiedenen Richtungen und ergänzenden medizinischen und sozialen Angeboten sind ein nicht wegzudenkender Baustein für die Zukunft der medizinischen Versorgung“, ist sich Rohla sicher. Ein Grund ist für ihn, dass „Patienten immer wieder danach fragen, von ihrem Arzt, der sie im Spital betreut hat, auch nachher intensiv weiter betreut zu werden. Dabei geht es auch um die Zeit, die im Setting eines solchen Zentrums für eine echte Zuwendungsmedizin möglich ist.“ Rohla könnte sich auch vorstellen, dass die Kasse mit einem solchen Zentrum einen Vertrag abschließt – „derzeit wird auch das Wahlarztsystem in dieser Bandbreite recht gut angenommen.“

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 27/2007

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