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Praxis 18. Oktober 2007

Gemeinsam besseres Altern unterstützen

Eine Gruppe von Ärzten ganz unterschiedlicher Fachrichtungen, die schon jetzt in einem Wahlärztezentrum kooperieren, will verstärkt auf den Bereich Vorsorgemedizin setzen.

Im Jahr 1999 entschied sich Dr. Rudolf Hanslik dafür, neben seiner Tätigkeit als Internist in der Privatklinik Rudolfinerhaus ein Wahlärztezentrum aufzubauen. „Primäre Idee war, Patienten, die in diesem Spital behandelt werden, mit einem vertrauten Team kontinuierlich weiterbetreuen zu können“, erklärt Hanslik. Ein Angebot, von dem sowohl die betreuenden Ärzte als auch die Patienten profitieren würden.
Inzwischen teilen sich zehn Ärzte – die allesamt auch im Rudolfinerhaus tätig sind – nahe gelegene Ordinationsräume: Fachärzte für Augenheilkunde, Chirurgie, Frauenheilkunde, Gefäßchirurgie, Dermatologie, Neurologie, Orthopädie, Unfallchirurgie bzw. Sporttraumatologie und Urologie. Weiters wird in diesem Zentrum Akupunktur angeboten. Alle sind Untermieter bei Hanslik, das Zentrum läuft derzeit unter dem Namen dieärzte (www.privatmedizin.at).
„Der große Vorteil eines solchen gemeinsamen Vorgehens ist, dass Räume bereits vorhanden sind und auch die Arzthelferin bzw. die gesamte Infrastruktur und EDV gemeinsam genutzt werden können – ein Einstieg in die niedergelassene Arbeit ist also sehr einfach“, so Hanslik. Der zweite Vorteil für Neueinsteiger ist, das ein gewisses Patientenklientel bereits vorhanden ist. Dazu kommt, dass Patienten im Bedarfsfall auch gemeinsam betreut werden können bzw. in schwierigen Fällen ein sehr kurzfristiges gegenseitiges Consilium möglich ist. „Noch zu selten, aber in Zukunft sicher häufiger treffen wir uns zudem als Team“, so Hanslik weiter.
Grundsätzlich könnte sich Hanslik auch eine Tätigkeit im Rahmen des Kassensystems vorstellen. „Aber momentan ist es so, dass ‚Ärztezentrum’ bedeutet, zwei Ärzte mit ähnlichem Schwerpunkt müssten sich unter Berücksichtigung von sehr strengen Limits eine Stelle teilen – also wirtschaftlich völlig uninteressant“, kritisiert Hanslik. Er könnte sich vorstellen, dass es für solche Zentren einen ärztlichen Leiter gibt, der einen Kassenvertrag für alle vertretenen Richtungen bekommt – wobei es auch um das Hinzuziehen verschiedener therapeutischer Angebote geht. Dies wäre jedenfalls ein Beitrag dazu, dass „Auslagerung in den extramuralen Bereich“ nicht nur ein Lippenbekenntnis bleibt.
Hanslik und sein Team bereiten derzeit einen Umzug in einen deutlich größeren Neubau in der Nähe einer Privatklinik im 19. Bezirk vor. „Der Plan ist, dass wir uns als ‚med-prevent’ als hoch spezialisiertes Vorsorgezentrum positionieren.“ Neben einer umfassenden und qualitativ hochwertig ausgeführten Vorsorgeuntersuchung soll der gesamte Bereich des Einsatzes von Hormonen abgedeckt werden genauso wie Beratung durch einen Humangenetiker. Wichtige Themenfelder sind dabei auch eine Analyse der Ernährung und des gesamten Lebensstils, sowie als Beitrag zur Alzheimervorsorge ein Gehirnleistungstest. Eine zentrale Überschrift wird „better aging“ sein, „wir wollen dabei einen multidisziplinären Ansatz umsetzen und eine möglichst breite Palette anbieten“. Für dieses Konzept ist Hanslik nach wie vor auf der Suche nach weiteren Ärzten bzw. auch nach Therapeuten aus verschiedensten Richtungen.

Mag. Christian F. Freisleben-Teutscher, Ärzte Woche 42/2007

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