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Praxis 28. Februar 2007

Sparsamkeit als Schlüssel zum anhaltenden Erfolg

Alle Investitionen behutsam und vor allem nacheinander anzugehen, macht sich bezahlt, wenn eine Ordinationseröffnung konkret wird. Und ein erfahrener Spezialist kann bei der Abwicklung gute Dienste leisten. Diese Erfahrung bestätigt eine Ärztin für Allgemeinmedizin.

Dr. Claudia Burgstaller aus Trieben ist zufrieden. In den letzten drei Jahren hat sich ihre wirtschaftliche Situation als niedergelassene Ärztin für Allgemeinmedizin mit Kassenvertrag gut eingependelt. „Leider schlägt nun die erste Steuerwelle zu. Das Geld ist zwar da, aber trotzdem tut es weh“, berichtet Burgstaller. Sie war allerdings gut auf diese Zahlungen vorbereitet, schließlich hatte sie im Vorfeld mehrere Praxisgründungsseminare besucht. Wie für junge Ärzte nicht unüblich, hat sich die Scheinzahl von Burgstaller bereits im dritten Jahr auf dem Niveau des Vorgängers eingependelt. Selbstverständlich bekommt auch sie nichts geschenkt, in jedem Fall hängt eine Menge Arbeit an so einer Allgemeinpraxis. Die Allgemeinmedizinerin hat in den Seminaren auch gelernt, sparsam mit wirtschaftlichen Ressourcen umzugehen. So findet sie an der Anmeldung mit einem Angestellten das Auslangen. Aus ihrer privaten Situation hat es sich ergeben, dass ihr Mann diese Tätigkeit ausübt.

Nebenjob wird hinfällig

Die Kassenärztin hat derzeit noch ein Anstellungsverhältnis als Schulärztin, kann dieses aber aus Zeitgründen nicht mehr lange wahrnehmen. Die Kassenpraxis mit allen Konsequenzen, wie etwa dem großen Hausbesuchsgebiet, fordert einfach hundertprozentigen Einsatz. „Doch eben diese Hausbesuche sind ein wichtiges Tätigkeitsgebiet für Hausärzte“, so Burgstaller. Doch auch auf anderen Ebenen ist Sparsamkeit angesagt. Die Räumlichkeiten sind gemietet und umgebaut, trotzdem war eine stattliche Summe in die Hand zu nehmen. Der Vorgänger wollte sein Ordinationsgebäude zwar verkaufen, dieses war für Burgstaller aber finanziell nicht tragbar. Außerdem wollte sie nie Ordination und Privatwohnung im selben Gebäude haben. Auf Platz 50 der Reihungsliste und quasi ohne Mitbewerber bestand auch keine Notwendigkeit, Ablösen irgendwelcher Art zu zahlen. Die Allgemeinmedizinerin kann sich nicht in dem Umfang wie schon länger niedergelassene Ärzte über die ausufernde Bürokratie beklagen: „Es gibt zwar viel Verwaltungsarbeit, wir jüngeren Ärzte sind aber damit aufgewachsen und kennen nichts anderes.“ Auch der Umgang mit der EDV ist für diese Ärztegeneration kein Problem mehr. Burgstaller schwört jedenfalls auf die umfangreiche Vorbereitung. Ursprünglich war der Wunsch vorhanden, sich als Wahlärztin niederzulassen. Daher hat sie auch keine Gelegenheit ausgelassen, etwa durch Vertretungstätigkeit Erfahrungen zu sammeln.

Grundbucheintrag abgewendet

Der anfängliche Versuch der Finanzierung auf eigene Faust war jedoch nicht von Erfolg geprägt. Die Bank wollte sogar eine Grundbucheintragung der Eltern von Burgstaller. „In dieser Situation eine für mich undenkbare Variante“, kommentiert Dagmar Triller, Financial Manager des Basler Ärztedienstes, die zu diesem Zeitpunkt in die Finanzierung mit einbezogen wurde. Sie konnte diese geforderte Besicherung schließlich abwenden, da ein Finanzierungsvolumen dieser Größenordnung und die Sicherheit der Kassenstelle das Grundbuch nicht notwendig machen. „Die extrem schlanke Kostenstruktur der Ordination war ein weiterer Vorteil“, berichtet Triller. So konnten nicht nur die Besicherungen auf ein erträgliches Maß reduziert, sondern auch beste Konditionen ausgehandelt werden. Als Nächstes steht die Finanzierung eines Privathauses an. Burgstaller hat in diesem Zusammenhang einiges gelernt. Erstens alle Investitionen behutsam und vor allem nacheinander anzugehen und zweitens einen erfahrenen Spezialisten für die Abwicklung beizuziehen: „Ich kann mir durchaus vorstellen, dass man auch als Kassenärztin in Nöte kommen kann, wenn man alles auf einmal kauft und dabei das vernünftige Maß noch überschreitet.“ Dagmar Triller ist Financial Managerin des Basler Ärztedienstes. Nach mehr als einem Jahrzehnt Erfahrung in der Betreuung von Freiberuflern bei einer österreichischen Bank ist sie nunmehr „auf der anderen Seite“ als Finanzberaterin für Ärzte im Rahmen des Basler Ärztedienstes tätig.

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