zur Navigation zum Inhalt
 
Praxis 28. Februar 2007

Nicht ohne Virenschutz und Firewall!

Die e-Card war nur der Anfang einer umfassenden elektronischen Vernetzung aller Kassenärzte – es kommt noch dicker. Vor Netzwerkkriminalität müssen sich Ärzte allerdings genauso wie jeder andere Staatsbürger selbst schützen.

Vor Einführung der e-Card konnte man in Sachen Ärzte-EDV noch von Inseldasein sprechen, und zwar von mehr oder weniger glücklichem, seligem Inseldasein. „Wenn der Arzt ein Freak war, hatte er Internetanschluss und ein elektronisches Befundübertragungssystem. Das betraf allerdings nur etwa fünf Prozent der Ärzteschaft“, analysiert Wolfgang Gruber, Geschäftsführer des Ärztesoftwareanbieters Gruber ÄDV aus Enns. Diese Zeiten gehören nunmehr der Vergangenheit an, die e-Card war der Anfang einer umfassenden elektronischen Vernetzung aller Kassenärzte. Laut Gruber sollten sich die Ärzte diesen Zustand immer wieder vergegenwärtigen: „Sollte – was eher unwahrscheinlich ist – auf einer GINA-Box etwa ein bösartiger Code sein, liegen alle Rechner im Netzwerk offen da.“ Das Internet in der Ordination über die e-Card-Leitung sorgt zusätzlich für Gefahr. Schließlich ist die Bedrohung durch Spams, Viren und Trojaner allgegenwärtig.

Virenschutz und Firewall trotz Peering Point ein Muss

Die Bedrohung entsteht oft schon im Kleinen durch das schnelle Ausprobieren eines Tools im Internet. „Ärzte sind sich oft nicht bewusst, welche Bedrohung die Datenleitung darstellt. So kann man ohne Vorsatz in strafrechtlich relevante Aktionen hineinschlittern, zum Beispiel als Spamversender missbraucht werden“, gibt Gruber zu bedenken. Er setzt daher auf Aufklärung, beispielsweise in Kundenrundschreiben: „Ärzte sind laut Datenschutzgesetz auch verpflichtet, sich davor zu schützen.“ Daher seien Virenschutz und Firewall ein unbedingtes Muss. Gruber erinnert an die Diskussion rund um den Peering Point: „Hier wurde den Ärzten eine totale Sicherheit suggeriert, tatsächlich muss aber jeder sein eigenes System nach bestem Wissen und Gewissen schützen.“ Der EDV-Fachmann sieht sich daher in der Pflicht, den Ärzten einen Schutz „State of the art“ anzubieten. „Ich rechne damit, dass wir 2007 einen neuen Höhepunkt in Sachen Netzkriminalität erreichen werden“, so Gruber. Mit beschleunigend sei die Tatsache, dass das Internet mehr und mehr selbstverständliches Nachschlagewerk im täglichen Leben geworden ist.
Der Ärzte-EDV-Anbieter ist selbst bereits Mitglied im Peering Point, „was“, so Gruber, „für die Kunden großen Komfort bedeutet.“ Schließlich könnten so die Updates direkt herunter geladen werden. Die teilnehmenden Firmen werden von der Gesellschaft genau auf Einhaltung der Datensicherheitsrichtlinien kontrolliert.

Letztverantwortung beim Arzt

Der Arzt ist jedoch nach wie vor selbst für sein System verantwortlich. „Wir können ihm nur die Tools zur Verfügung stellen“, betont Gruber. „Im Grunde genommen ist das ein ähnliches Verhältnis wie zwischen Arzt und Patient. Der Arzt behandelt und empfiehlt, aber die Verantwortung für die eigene Gesundheit wird immer der Patient haben.“ Dies findet auch in den bestehenden Wartungsverträgen mit den Kunden seinen Niederschlag. Gruber: „Noch gibt es keine so genannten Dienstleisterverträge, bei denen sich der Softwarehersteller selbständig um alle Angelegenheit kümmert.“ Derzeit obliegt also die Verantwortung für die rechtlich einwandfreie Abwicklung der elektronischen Angelegenheiten allein dem Arzt.

Zu diesem Thema wurden noch keine Kommentare abgegeben.

Medizin heute

Aktuelle Printausgaben