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Praxis 13. Februar 2007

Wer braucht das neue Betriebssystem?

Praxis-EDV-Anbieter hören von ihren Ärzten derzeit nicht selten die Frage: Brauch ich das neue Betriebssystem? Ein EDV-Fachmann wägt das Für und Wider ab.

Ende Jänner kam mit Windows Vista der Nachfolger von Windows XP auf den Markt. Die einen sagen, es sei etwas total Unnötiges, das nur zusätzliche Rechnerkapazität braucht. Die anderen wissen sehr wohl, dass sie sich über kurz oder lang mit dieser Technologie vertraut machen müssen. „Microsoft wird natürlich gewaltige Marketingaktivitäten in Gang setzen, um Vista als das ultimative Betriebssystem darzustellen“, sagt Wolfgang Gruber, Geschäftsführer von Gruber ÄDV aus Enns. Vista gilt als extrem hardwareintensiv. Die bisherigen Rechnerkapazitäten sorgen nach ersten internen Tests bei Gruber für eine Halbierung der Arbeitsgeschwindigkeit. Weiters müssen sich die Softwareanbieter auch intensiv mit den erhöhten Sicherheitsstandards auseinandersetzen. Vista hat nämlich rigide Sicherheitsfeatures, die vor allem Viren und Trojaner abwehren sollen. Gruber: „Leider wird somit auch der normale Softwarebetrieb stark behindert.“

Betreuung für alle Systeme muss gewährleistet sein

Die Programmierer der EDV-Anbieter müssen sich damit abfinden, dass mit Vista alte Software-Entwicklungstools gegen neue aus-zutauschen sind. Was dem Kunden zwar egal ist, aber der Hersteller muss diese Investition zwangsläufig tragen. „Schließlich wollen wir auch in 15 Jahren noch gewährleisten können, dass wir in der Lage sind, mit Betriebssystemen aller Kategorien umgehen zu können“, blickt Gruber voraus. Der EDV-Fachmann weiß aus 30 Jahren Erfahrung, dass sich die rechtzeitige Auseinandersetzung mit neuen Technologien immer auszahlt: „Wenn man gewisse Dinge im Vorfeld testet, erspart man sich großen Ärger durch Hau-Ruck-Aktionen, wenn etwa die Zeit für Softwareanpassung sehr begrenzt ist, wie bei neuen Vorgaben der Sozialversicherungsträger.“ Der Druck der Endkunden in Richtung Vista wird sicher kommen, obwohl es eigentlich kein Argument gibt, das sehr gut laufende Windows XP auszutauschen. Auch die Rechner werden wohl relativ rasch mit dem aktuellen Betriebssystem vorinstalliert sein. „Derzeit ist XP noch vorhanden, zum Jahreswechsel wird es sicher keinen PC mehr ohne Vista geben“, meint Gruber, der bei der EDV-Ausstattung von Praxen ausnahmslos auf Markenrechner setzt. Doch der Kunde ist König. Neukunden wollen immer das Neueste, um rasche Folgeinvestitionen tunlichst zu vermeiden. Für Ärzte mit bestehenden Systemen ist Vista noch keine Diskussion wert. „Ein Umstieg zahlt sich nicht aus, die alten Systeme werden immer durch uns gewartet werden“, so Gruber, „was sogar bei den guten alten DOS-Programmen noch der Fall ist.“

Mit Windows auf sicherer Seite

Fazit: Bei Gruber-ÄDV blickt man Vista mit Gelassenheit ent-gegen und ist sich im Rückblick sicherer denn je, mit Windows auf das richtige Betriebssystem gesetzt zu haben. Gruber: „Unser Programm wird auch auf Vista laufen, das könnte man mit anderen Betriebssystemen niemals garantieren.“ Er sieht bei den Kunden kaum Umstellungsprobleme, sondern vorwiegend im eigenen Haus. Aber nicht nur Probleme, sondern auch Chancen. Gruber: „Schließlich bietet Vista wieder neue Möglichkeiten zu programmieren und eröffnet somit Chancen auf weitere nützliche Tools.“

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