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Praxis 24. Jänner 2007

Was gibt es Neues in der EDV?

„Die elektronische Gesundenuntersuchung wird für die Ärzte sicher eine der großen Neuerungen am EDV-Sektor 2007 sein“, so Wolfgang Gruber, Geschäftsführer des Ärztesoftwareherstellers Gruber ÄDV aus Enns.

Nach anhaltenden, zum Teil heftigen Diskussionen sollen nunmehr die bei der Gesundenuntersuchung erhobenen Daten elektronisch an die Kasse und/oder den Hauptverband übermittelt werden. Am 17. Jänner 2007 hat der Probebetrieb begonnen, im Laufe des Jahres ist der Wechsel in den Echtbetrieb geplant.

Freiwilliger Probebetrieb

„Während des Probebetriebes kann jeder Arzt auf freiwilliger Basis die Gesundenuntersuchung elektronisch abgeben, vorausgesetzt, seine EDV ist mit einem entsprechenden Tool ausgestattet“, so Gruber. Dabei hat jede Kasse für sich selbst die Entscheidung getroffen, ob zusätzlich zur elektronischen Abgabe auch noch die schriftliche Version zu übermitteln ist.
Gruber ÄDV ist bereits seit mehreren Monaten in der Lage, mit dem elektronischen Formular umzugehen. Als Grund für die Umstellung wird angegeben, dass mit Hilfe der Daten aussagekräftige Statistiken über die Gesundheit der Bevölkerung zu erhalten und diese auch nachhaltig zu verbessern seien.

Papier ade, jetzt gilt die „Pseudonymisierung“

Das wurde bisher auch schon mit den Papierdaten versucht, was aber an der Machbarkeit scheiterte. „Mit dem neuen Procedere ist es sicher wesentlich einfacher, korrekt erfasste, überprüfte und elektronisch bereits erfasste Daten weiter zu bearbeiten“, meint Gruber. Nur so könne man Trends herauslesen und damit auch nachhaltig die Gesundenuntersuchung anpassen.
Die Daten werden dabei „pseu-donymisiert“, um dem Hauptverband die Möglichkeit für Rückschlüsse auf konkrete Personen zu nehmen. Dadurch wird es angeblich keine Möglichkeit geben, der Person XY eine bestimmte Krankheit nachzuweisen und etwa medizinische Schlussfolgerungen einzufordern. Es wird aber möglich sein, signifikante Werte etwa innerhalb eines Bezirks zu ermitteln, um entsprechende Maßnahmen setzen zu können.
Diese Pseudonymisierung erfolgt jedoch erst beim Hauptverband, die Softwarehersteller geben die Daten vollinhaltlich über eine gesicherte Infrastruktur ab. Hierbei unterscheidet sich die Abgabe nicht von jener mittels Papier. Der Server prüft jedoch auf formale Richtigkeit und Vollständigkeit, die Software des Arztes bekommt dazu eine Rückmeldung. Danach wird mittels eines von der Datenschutzkommission geprüften und abgenommenen Programms die Pseu­donymisierung vorgenommen.
Der Bescheid über die Prüfung nach Datenschutzgesetz liegt seit Herbst 2006 vor, diese Kommission untersteht dem Bundeskanzleramt. Im Gegensatz zu bisher ist es also nicht mehr möglich, bestimmte Felder einfach leer zu lassen. Laut Gruber besteht dennoch keine Gefahr, dass Daten etwa missbräuchlich verwendet werden: „Wir gehen von einer korrekten Abwicklung aus, zumal die Norm ‚Datenschutz 2000’ die Patientenrechte immer sehr hoch gehalten hat.“ Dies war auch für die Ärztekammer immer eine Grundbedingung.

Riesige Datenmengen

Die Frage, inwieweit die Daten weiterbearbeitet werden, kann Gruber nicht beantworten: „Es wird eine riesige Datenmenge sein, die zur Verfügung steht. Für die sinnvolle Auswertung sind wir nicht zuständig.“ Als Dienstleister müsse man sicherstellen, dass der Arzt qualitativ hochwertig und komfortabel die Gesundenuntersuchung durchführen kann.
Im Vergleich zur Papierversion sollte es somit keine Verschlechterung des Datenschutzes geben. Die auf elektronischem Weg übertragene Datenmenge ist identisch mit der am Papier. „Mit der elektronischen Variante hat der Arzt zwar keinen Mehraufwand“, so Gruber, „wird allerdings dazu gezwungen, alle Formalitäten und alle geforderten Werte auszufüllen.“ Dennoch rechnet der EDV-Experte diesbezüglich noch mit Diskussionen innerhalb der Ärzteschaft.

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