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Praxis 13. November 2006

Geben Sie Ihrer Praxis das besondere Etwas

Werbung im eigentlichen Sinn ist für eine Praxis verboten, legt die ärztliche Berufsordnung fest. Ärzte müssen sich also etwas anderes einfallen lassen, um Patienten auf sich aufmerksam zu machen und sich von der Konkurrenz abzuheben.
Was Marketingprofis schon lange erkannt haben, gilt auch für Arztpraxen: Die Gestaltung eines einheitlichen Erscheinungsbildes, einer so genannten "Corporate Identity", ist eines der wichtigsten Marketing-Instrumente.

Dr. Müller’s Eigenheiten

Der Facharzt Dr. Müller hat viel Geld investiert. Das Praxisschild aus Email ist mit einem aufwändigen, verspielten Logo verziert, das ein Grafiker eigens entworfen hat. Auch seine Visitenkarte weist Besonderheiten auf: verschnörkelte Schrift auf teurem Papier. Dr. Müller selbst ist energiegeladen und sehr sportlich, seine Praxis ist modern eingerichtet - ganz anders, als Praxisschild und Visitenkarte vermuten lassen.
Irgendwie findet Dr. Müller das Gesamtergebnis unbefriedigend, die Summe aller Teile passt nicht recht zusammen, es fehlt die
Einheitlichkeit. Er beauftragt einen guten Grafik-Designer mit der
Entwicklung einer Corporate Identity für seine Praxis. Gemeinsam mit dem Praxisteam wird festgelegt, welche Elemente in Zukunft ein einheitliches Logo bekommen sollen.

Ein Logo macht vertraut

Dr. Müller ist erstaunt: Praxisschild, Praxisstempel, Türschilder, Briefpapier, Visitenkarten, Namensschildchen für das Praxisteam, Termin- und Merkzettel, Telefonbucheinträge, Stellenanzeigen in der Zeitung, die Praxisbroschüre und Infoplakate im Wartezimmer, die Internet-Homepage, Faxnachrichten, Notizblöcke, der Anamnesebogen und noch etliche Dinge mehr stehen am Schluss der Sitzung auf dem Papier. Doch er hat Bedenken: Erscheint es nicht aufdringlich, wenn dem Patienten auf all diesen Dingen sein Logo in die Augen springt?
Der Grafik-Designer kann ihn beruhigen: Im Gegenteil, der Patient nimmt das Logo meist gar nicht bewusst wahr. Sein Unterbewusstsein erkennt es aber wieder, und der Patient fühlt sich damit vertraut. In Gemeinschaftspraxen beispielsweise, wo viele verschiedene Praxisschilder vor der Tür hängen, findet er auf Anhieb "seine Praxis", wenn er das Logo darauf kennt.

Einklang mit Praxisphilosophie

Der nächste Schritt ist, dass sich alle gemeinsam überlegen, was eigentlich die Praxisphilosophie ist, welches Erscheinungsbild sie nach außen vermitteln wollen. Dr. Müller ist ebenso wie seine Mitarbeiter sportlich, aktiv und lebendig, in seiner Praxis wird viel gelacht. Entsprechend soll auch sein zukünftiges Logo aussehen, mit frischen Farben und einfachem Schriftzug.
Dr. Müller sieht erst jetzt, beim gemeinsamen Gespräch, dass der Schriftzug auf seiner Visitenkarte genau wie das schwere Büttenpapier überhaupt nicht zu ihm passen. Gemeinsam erarbeitet das Team ein einfaches, darstellendes Logo, das den unbedarften Betrachter auf den ersten Blick erkennen lässt, dass es sich bei Dr. Müller um einen Facharzt handelt. Hintergrundfarbe und Schriftzug sind lebendig, aber modern. Das Ergebnis gefällt dem ganzen Team: das Logo ist kreativ und witzig, aber dennoch einfach und damit einprägsam. Der Grafik-Designer sorgt nun dafür, dass sich das Logo gut lesen und für unterschiedliche Zwecke optimal reproduzieren lässt. Dazu gehört unter anderem die fachmännische Auswahl der Farben, damit der Druck nicht allzu teuer kommt.
Der Entschluss, seiner Praxis eine Corporate Identity zu geben, hat Dr. Müller viel Geld und Mühe gekostet. Schon ein halbes Jahr später kann er aber feststellen, dass sich die Investition gelohnt hat.

GK

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