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Praxis 13. November 2006

Virtueller Freund hilft jungen Asthmatikern

London. Ein "virtueller Freund" soll jungen Asthma-Patienten helfen, ihre täglichen Inhalationen von Medikamenten nicht zu vergessen. Das neuartige System wurde von einem britischen Ärzteteam erfolgreich an Jugendlichen getestet, berichtet BBC-online http://news.bbc. co.uk . Nach Angaben der britischen Gesundheitsbehörden ist die Zahl der schweren Asthmatiker im Alter von 13 bis 14 Jahren in Großbritannien am höchsten. Viele der jungen Patienten vergessen häufig auf die regelmäßige Einnahme der Medikamente. 

Der Messenger namens Max versorgt die Jugendlichen mit allgemeinen Informationen, Klatsch, Sport und Horoskopen und erinnert dazwischen immer wieder an die Inhalation der Medizin. Die ersten 30 Probanden, die durchschnittlich 16 Jahre alt waren, konnten sich mit dem virtuellen Helfer jedenfalls gut anfreunden. Mit Botschaften wie "Hast du auf deine Inhalation vergessen?" oder "Hallo mein Freund, Max spricht. Ich erinnere dich an deine Inhalation" haben die Ärzte, die das Projekt gestartet haben, auch eine jugendliche Sprache gewählt. Nach Angaben eines Probanden verhinderte Max das Vergessen der Medikation. "Früher habe ich öfter zwei bis drei Mal in der Woche auf das Medikament vergessen", so der Patient. Die Studie wird auch im British Medical Journal (www.asthmaplus.org.uk) veröffentlicht. 

Der Studienleiter Andrew Tracy will das Messenger-System auch auf andere chronische Erkrankungen ausdehnen. Denkbar wäre ein solches System auch für Diabetiker oder HIV-Positive. "Skeptiker haben anfangs Probleme damit gehabt, medizinische Angaben über ein virtuelles Messenger-System zu versenden", so Tracy. Positiv steht die britische Asthma Campaign www.asthmaplus.org.uk dem Projekt entgegen. Die hohe Rate an jugendlichen Asthma-Patienten wird häufig falsch diagnostiziert und ungenügend behandelt. Die Organisation begrüßt daher das Projekt. Darüber hinaus wurde speziell für Jugendliche eine Website http://kickasthma.org.uk eingerichtet, die sich mit der Krankheit beschäftigt. 

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