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Praxis 13. November 2006

Der Klick ins Urlaubsparadies

Den Krankenhausalltag vergessen, die Praxis hinter sich lassen. Ein Traum, den viele Mediziner zur Zeit träumen. Und so manche erfüllen sich diesen im unwirtlichen Herbst auch. Der erste Weg führt dann, mit Katalogen bewaffnet, ins nächstgelegene Reisebüro. Dort tippt ein freundlicher Angestellter Destinationen in seinen PC, nennt Preise, Hotels und exotische Städtenamen.

Selbst ist der Mann

Der erfahrene Computeruser ertappt sich bei der Frage, ob er dies am heimeigenen PC nicht selber machen könnte. Geld sparen und in aller Ruhe Reiseziele aussuchen, das dürfte doch kein Problem sein? Schon lange wollen uns E-Commerce-Experten die scheinbar unglaublichen Chancen der digitalen Buchung näher bringen. Das Internet ermöglicht den direkten Kontakt des Kunden mit dem Dienstleister, heißt es dann, Bildschirm und Tastatur des Reisevermittlers quasi virtuell zum Kunden hingedreht. Doch gelegentlich spürt der User, dass das digitale Umfeld ein nicht allzu enger Freund der Reisebüros ist. Nicht nur, dass sich Dienstleister in fernen Ländern nun direkt an die Konsumenten per Internet wenden können, so gelten jene, weil sie jetzt leicht von Anbieter zu Anbieter wechseln können, als wählerisch und in gewisser Weise als unberechenbar. Nichtsdestotrotz müssen die Verkäufer von Reiseträumen - ob sie wollen oder nicht - mitspielen. Ansonsten droht ihnen ein Teilverlust ihres Geschäfts und sie gelten als wenig kundenorientiert und verstaubt.
Bei vielen, auch großen Anbietern wird man häufig enttäuscht, denn Online-Buchungen entpuppen sich oft gar nicht als echt. Man erspart sich zwar den Weg ins Reisebüro, doch häufig erscheint die Meldung, dass sich noch ein Mitarbeiter mit dem Kunden in Verbindung setzen wird, da "die Buchung noch bestätigt oder ein Alternativvorschlag ausgearbeitet werden muss". Aber auch Reiseveranstalter, die direkten Partner der Reisewilligen, halten sich oft aus Rücksicht auf ihre lokalen Vertriebspartner vornehm, aber zum Nachteil des Kunden zurück. Ausnahmen gibt es aber. So werden bei Last-Minute-Angeboten die Ressentiments fallen gelassen, denn hier wird wirklich online und möglichst schnell ein Abnehmer gesucht. Die sehr günstigen Angebote lassen sich schnell und bequem über das Netz buchen. Die Nervenstärke, bis zur preisgünstigen letzten Minute zu warten, zahlt sich also aus. 
Unter vielen bebilderten Offerten (denn auch eine Reise beginnt im Kopf) finden sich weitere Möglichkeiten. Manche Reisebüros bieten Online-Foren an, wo ihre Kunden ihre Erfahrungen austauschen - auf jeden Fall eine interessante Idee. Häufig werden Newsletter angeboten, welche die aktuellsten Angebote frei Haus liefern. Es zahlt sich daher wie bei den meisten Seiten im Internet aus, nicht gleich beim ersten Klick zu verweilen, sondern auch andere Anbieter zu prüfen. Sie werden von der Vielfältigkeit überrascht sein. Nehmen Sie sich daher genug Zeit, es gibt viel zu sehen! Und selbst wenn Sie eine Last-Minute-Chance nützen wollen, vergleichen Sie die Anbieter bereits vor Reiseantritt. Wie ein chinesisches Sprichwort sagt: Auch die längste Reise beginnt mit einem kleinen Schritt - in diesem Fall eben mit einem virtuellen.

Raoul Mazhar, Ärzte Woche 43/2002

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