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Praxis 10. November 2006

Innenministerium gegen Cyberkriminalität

Wien. Innenminister Ernst Strasser reagiert auf die stark steigende IT-Kriminalität mit einem Fünf-Punkte-Programm: Noch heuer werde ein Büro im neuen Bundeskriminalamt zur Bekämpfung der IT-Kriminalität mit 13 Cyber-Polizisten eingerichtet, erklärte Strasser letzten Donnerstag bei der ersten Präsentation des Innenministerium-Berichts zur Bekämpfung der Computer- und Internet-Kriminalität (www.bmi.gv.at). Weiters soll die Regionalisierung verstärkt, die Zusammenarbeit mit der Wirtschaft ausgeweitet, die internationale Kooperation gestärkt und das Problembewusstsein in der Bevölkerung geschärft werden.

Hohe Dunkelziffer

"Computer-Straftaten sind keine Kavaliersdelikte, sondern haben ganz schlimme Folgen", erklärte Strasser. Es gebe einen starken Anstieg bei Hacker- und Virenattacken sowie bei Wirtschaftsdelikten, wobei sich der "enorme" Schaden nicht abschätzen lasse. Derzeit arbeiten neun Kriminalisten in der seit August 1999 bestehenden Zentralstelle zur Bekämpfung der Computer- und Internetkriminalität im Innenministerium namens ITB (Informationstechnologie/Beweissicherung). Diese Spezialisten ermittelten 2000 in 40 Fällen von IT-Kriminalität, im Vorjahr in 58 Fällen. Dabei stellten sie bei 30 Hausdurchsuchungen 101 Computer und 785 Datenträger sicher. Das bedeutet gegenüber dem Jahr 2000 eine starke Steigerung: Damals gab es 40 Amtshandlungen mit insgesamt 10 Hausdurchsuchungen und Sicherstellungen von 10 Computern und 1.200 Datenträgern. Die Zahl der Fälle nimmt weiter zu: Heuer ermittelten die ITB-Spezialisten des Innenministeriums bis 22. März 2002 bereits bei 34 größeren Amtshandlungen von Computer- und Internetkriminalität.

Internationale Zusammenarbeit

"Österreichische Cybercops gelten europaweit als Vorbild", meinte Klaus Mits, Leiter jener Abteilung im Innenministerium, der die Zentralstelle zur Bekämpfung der IT-Kriminalität angeschlossen ist. Sie seien internationale Ansprechstelle in Angelegenheiten der IT-Kriminalität und hätten im Rahmen von Interpol eine führende Rolle in der Ausbildung. Eine internationale Zusammenarbeit gegen Computerkriminalität sei unerlässlich, weil dies "ein globales Problem ist, das eine globale Lösung braucht", so Mits. Die Dunkelziffer bei IT-Verbrechen bezeichnete er als "hoch".
Bei der Meldestelle für Kinderpornographie im Internet seien die Hinweise von 1.706 auf 2.337 angestiegen, berichtete Rudolf Gross vom Innenministerium. Die Zahl der diesbezüglichen Fälle mit Österreich-Bezug stieg von 47 auf 85 an. "Es gibt leider immer noch die Möglichkeit, sich eines anonymen Servers zu bedienen", bedauerte Gross.

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