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Praxis 10. November 2006

The One and Only www.docanddoc.at

Jeder niedergelassene Arzt braucht gelegentlich Praxis-Vertretung. Schließlich will der Mensch Urlaub machen, besucht Fortbildungsveranstaltungen oder ist selbst einmal krank. Dafür gibt es genug MedizinerInnen, die gerne einspringen. Vor allem Wahlärzte mit ihren eigenen kleinen Praxen helfen dazwischen bei Kollegen aus. Über die offiziellen Services der Ärztekammern kann manchmal erfolgreich die Vertretung aufgetrieben werden. Das Kernproblem zeigt sich aber in der regionalen Beschränkung der bisher verfügbaren Suchdienste, zum Teil auch in mangelhafter Aktualität der Daten. Ordinationen in Randgebieten eines Bundeslandes finden nur die Mitstreiter im eigenen Land. Dabei bleibt die Option, den geeigneten Vertreter zu finden, der nur ein paar Kilometer weit weg, aber eben im benachbarten Bundesland wohnt, ungenützt. An solche Informationen war bis dato eher recht mühsam heranzukommen.
Der Initiator von "docanddoc.at", Mag. Franz Kaiser, Betriebsberatung, war mit den Schwierigkeiten konfrontiert worden. Dr. Evelin Kaiser ist Allgemeinmedizinerin. Darauf hatten sie die zündende Idee für das Konzept und die Implementierung von docanddoc.at.

Österreichweite Vertretungsbörse 

Hinter dem schlichten, seriösen Grau der Website verbirgt sich eine groß angelegte Datenbank. In diesem Projekt wurde das Problem beim Schopf gepackt. Der Pool an registrierten Ärzten lässt über die Bundesländergrenzen hinweg aushelfende Kollegen finden. 
Ärzte und Ärztinnen können sich als Anbieter von Vertretung oder als Ordinationsinhaber eintragen. Die Daten werden in Zusammenarbeit mit den Ärztekammern überprüft, bevor das Profil online erscheinen darf. Partner für das Vertretungsnetz tragen ihre Angaben punktgenau ein, von speziellen Zeiträumen, Wochentagen und Bezirken, wann und wo sie verfügbar sind, welcher Fachdisziplin sie angehören und welche Ausbildungen bereits genossen wurden. Wer Praxisvertretung sucht, findet dadurch das Angebot, das seinen Bedarf maßgeschneidert abdeckt. 
Damit das Netzwerk blüht und gedeiht, braucht es ausreichend viele Kollegen, die sich beteiligen und registriert sind. Das ist klar. Es zahlt sich auf alle Fälle aus, denn die Services, die zusätzlich zur Verfügung stehen, sind erst nach Registrierung und Anmeldung erhältlich. Hilfreiche Tools wie ein vorgefertigtes Abrechnungsformular (xls-Format) für die Vertretung und Info à la Steuer-News wird keiner missen wollen.

Abgesicherter Betrieb

Die Website ist ausschließlich für Ärzte gedacht. Der Zugang zum geschlossenen Bereich erfolgt nur durch registrierte Anmeldung unter Passwortschutz. Niemand anderer kann die Daten einsehen. Die Qualität der Angebote ist damit gesichert. Eingetragenen Medizinern steht das komplette Paket offen. Allein die Funktion, den Terminkalender detailliert checken zu können, ist fulminant. "Freie", "reservierte" oder "gebuchte" Termine sind online abrufbar. Einer taggenauen Planung steht nichts mehr im Wege. Die Informationen sind rund um die Uhr weltweit verfügbar. 
Die Formulare sind klar und logisch zu handhaben. Ausführliche Hilfetexte kommentieren die nötigen Schritte. Einmal durchgeklickt, ist die Sache schon durchschaut. Die Handhabung des Online-Tools, das den niedergelassenen Ärzten von größtem Nutzen ist, läuft reibungslos und unproblematisch. Die Eingaben werden, bevor sie in die Datenbank gespeichert werden, noch geprüft. Damit können keine Pflichtfelder vergessen werden und der User hat die Möglichkeit, noch einmal nachzukontrollieren, ob seine Dateneingabe korrekt ist. Schließlich wird es dem Arzt selbst ein Anliegen sein, für die Aktualität und Richtigkeit seiner Information zu sorgen.

Ausblick

Für den Winter sind weitere Features geplant. Ab Oktober ist versprochen, die Abteilung "Partnerschaften" verwenden zu können. Hierunter wird die Möglichkeit geschaffen, Partner für Praxisgemeinschaften zu erreichen. Die Jobbörse für In- und Ausland zielt auf die Vermittlung von Dienstverhältnissen in angestellter Position ab. Sie wird im Dezember online gestellt werden. 
Je mehr Ärzte sich beteiligen, umso umfangreicher und nutzbringender wird sich das partnerschaftliche Vertretungsnetz etablieren.

Gabriele Sprung

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