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Praxis 30. Oktober 2006

Standards schützen Online-Patienten

Brüssel. Bereits nahezu jeder vierte EU-Bürger nutzt das Internet als Quelle für Gesundheitsthemen. Beim ersten E-health Kongress der EU zum Thema Online-Gesundheitsfürsorge einigten sich 33 europäische Gesundheits- und Telekommunikationsminister darauf, gemeinsame EU-Standards für Gesundheitsinformationen und Patientensysteme fürs Internet zu entwickeln.

"Die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Gesundheitsinformationen im Internet bildet die Grundlage für einen bürgernäheren Ansatz in den Gesundheitsdiensten", unterstrich EU-Gesundheitskommissar David Byrne. Vielen Europäern sei noch nicht bewusst, dass es im Internet ein großes Angebot an zuverlässigen Gesundheitsinformationen gebe. Mit ihrem im Herbst 2002 verabschiedeten Aktionsprogramm im Bereich der öffentlichen Gesundheit und der Initiative E-health will Brüssel sicherstellen, dass EU-Bürger auf qualitativ hochwertige und verlässliche Online-Gesundheitsinformationen zugreifen können. Dabei stehen Qualitätskriterien für gesundheitsbezogene Websites im Vordergrund.
Laut einer jüngsten Eurobarometer-Umfrage sind 41 Prozent der Europäer überzeugt, dass das Internet ein gutes Medium ist, um sich über Gesundheitsfragen zu informieren. Der bisherige Nutzungsgrad in den Mitgliedstaaten ist recht unterschiedlich: In Dänemark und Holland konsultieren 62 beziehungsweise 61 Prozent regelmäßig das World-Wide-Web für Gesundheitsinformationen. In Griechenland, Spanien, Portugal und Frankreich sind es nur etwa 15 Prozent.

Wichtigste Informationsquellen

Noch gelten Ärzte und Apotheker für 45 Prozent der Europäer als wichtigste Informationsquelle in Gesundheitsfragen. Immerhin 20 Prozent der Befragten nennen das Fernsehen als Hauptquelle für Gesundheitsinformationen, acht Prozent entfallen auf Bücher und sieben Prozent auf Zeitungen. Der Vormarsch des Internets scheint jedoch unaufhaltsam.
Die in Brüssel versammelten Gesundheits- und Kommunikationsminister aus EU-Staaten und Beitrittsländern erhoffen sich mit einer "Online-Gesundheitsfürsorge" auch Kosteneinsparungen im Gesundheitswesen. So gab sich der griechische Gesundheitsminister Costas Stefanis überzeugt, dass durch elektronisch lesbare Gesundheits-Chipkarten der Austausch von Patientendaten zwischen Krankenhäusern und Arztpraxen verbessert werden könne, was zu Kostensenkungen führen werde.

Geld wird bereitgestellt

In der "Online-Gesundheitsfürsorge" komme es darauf an, Zugänglichkeit, Austausch und Informationssicherheit von Patienten- und Behandlungsdaten EU-weit einheitlichen Standards zu unterwerfen. Die Minister erklärten sich bereit, Geld für die Vernetzung dieser Daten bereitstellen zu wollen. Auf dem Weg dorthin sollen Patienten, Angehörige der Gesundheitsberufe und Dienstleister im Gesundheitswesen gleichermaßen einbezogen werden. Das nächste ministerielle E-health-Treffen soll im Frühjahr 2004 erste Ergebnisse präsentieren.

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