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Praxis 30. Oktober 2006

Ein virtueller Spitalsbesuch lohnt sich

Der mündige Patient von heute will sich das Krankenhaus, in dem er sich behandeln lässt, häufig selbst aussuchen.Hilfreich bei der Auswahl kann der Tipp des Hausarztes sein, die Homepage in Frage kommender Spitäler zu besuchen. Auch der Arzt selbst kann von einem virtuellen Krankenhausbesuch profitieren und sich vielerlei interessante Informationen holen.

Image ist bei vielen Privatkrankenhäusern besonders groß geschrieben. "Um der rasanten Entwicklung der modernen Medizin und den gestiegenen Anforderungen unserer Patienten zu entsprechen, investieren wir laufend in den Komfort", heißt es auf der (fast zu) gefühlsbetonten Homepage der Wiener Privatklinik Confraternität Josefstadt www.confraternitaet.at. Sie vermittelt dem Patienten den Eindruck bester medizinischer Ausstattung.

Imagewerbung bei Arzt und Patient

Die Image-Homepage der Salzburger Klinik Emco, www.emco-klinik.at, besticht durch eine Vielzahl an Top-Fotografien des Hausinneren und der Salzburger Umgebung.
Das ansprechende Online-Service der Geburtenstation des "Goldenen Kreuzes" informiert umfassend über alle Aspekte der Geburt: von der Fahrt in die Klinik über die medizinische Ausstattung und Versorgung bis zu Abrechnungsmodalitäten und Notrufnummern. "Unser Ziel als größte private Geburtenstation Österreichs ist es, die Geburt für Eltern und Kind zu einem schönen Erlebnis werden zu lassen und gleichzeitig eine optimale medizinische Versorgung zu bieten", heißt es auf www.goldenes-kreuz.at/gyn-baby.html.
"Schmerzfreiheit und das Wohlbefinden des Kranken stehen im Mittelpunkt der Bemühungen" der Wiener Hospizstation des Göttlichen Heilandes, www.goettlicherheiland.at. Die Abteilungen sind sehr genau dargestellt, weiters werden die am häufigsten gestellten Fragen zum Thema Hospiz beantwortet, z.B.: Wie lange darf ich im Hospiz bleiben? Die Verlinkung zu den Privathomepages der angestellten Ärzte ist zwar eine gute Idee, der Inhalt ihrer Seiten aber eher mager.
Vereinzelt bieten die Krankenhäuser auch Jobseiten an. So werden auf der Österreich-Seite der Barmherzigen Brüder, www.barmherzige-brueder.at, laufend Ober- und
Fachärzte, Physiotherapeuten und Diplomierte Krankenschwestern gesucht. Ethiker finden auf dieser Site ein besonderes "Schmankerl": Ein Codex beschreibt ausführlich medizinisch relevante ethische Prinzipien.
Zum Abschluss der Privatkrankenhäuser das Wiener Hartmannspital, www.hartmannspital.at: Die Seite ist nicht sehr "poppig", sie zeichnet sich aber durch eine detaillierte Beschreibung des Krankenhauses aus.

Informationen öffentlicher Krankenhäuser

Unter den öffentlichen Krankenanstalten sticht die Tiroler Landeskrankenanstalten Gmbh, www.tilak.at, besonders hervor. Ihre Internetpräsentation ist sowohl vom Webdesign her als auch aufgrund der Übersichtlichkeit hervorragend gelungen. Vor allem die ausführlichen Infos für Patienten der Innsbrucker Klinik sind eine Bereicherung: Hier ist alles von der Anmeldung über Parkmöglichkeiten, Gastronomie und Kosten zu finden.
Auf der Homepage des Landeskrankenhauses Graz, www.lkh-graz.at, wird ein besonderes Augenmerk auf die Information über Patientenrechte und -pflichten gelegt. Die Multimedia-Seite mit einem Einblick über Organisation, Struktur und Leistungsangebot der Steiermärkischen Krankenanstalten ist ein Tipp für Krankenhaus-Manager.
Die Homepage www.lkh-klu.at des Klagenfurter Landeskrankenhauses zeichnet sich vor allem durch das Notfallservice aus. Mittels einer detaillierten Suchabfrage ist es dem User möglich, niedergelassene Ärzte und Apotheker ausfindig zu machen. Informativ ist auch die Seite "Veranstaltungen der Landeskrankenhäuser" des Landeskrankenhauses Bregenz www.lkhb.at mit Links für Mediziner.

Guter Überblick

Noch gibt es sehr viele Spitäler, die über keinen Internetauftritt verfügen. Deshalb sind Tipps über Übersichtsseiten unentbehrlich: www.chirurgie-online.at, www.medlink.at/spitaeler.html, www.gesund.co.at oder im Serviceteil der ÄrzteWoche-online, www. aerztewoche.at. Für welches Spital sich der Patient entscheidet, hängt freilich nicht nur von der Homepage, sondern auch von der Empfehlung der Freunde, der Erreichbarkeit und nicht zuletzt vom persönlichen Budget ab.

Cornelia Mayr, Ärzte Woche 24/2003

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