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Praxis 11. Oktober 2006

Musik- und Kinohits via Filesharing

In der ÄRZTE WOCHE Ausgabe 10 konnten Sie lesen, dass Filesharing nicht unbedingt illegal oder gar unmoralisch sein muss, obwohl der durchschnittliche User sich plötzlich in rechtlichen Grauzonen befinden kann. Hier finden Sie einige interessante Adressen zum Downloaden von Musik und Kinofilmen.
Seit der Entwicklung neuer Handhelds und Pocket-PCs sind in dieser Hinsicht besonders E-Books interessant. Viele sind frei erhältlich, da deren Verfasser schon länger als 70 Jahre tot sind. Der literarisch interessierte Benutzer findet eine breite Palette, beginnend mit der Bibel über griechische Philosophen bis hin zu Kafka. Aber auch wissenschaftliche Artikel lassen sich aufspüren. Ebenso sind Nachwuchskünstler begierig darauf, ihre Musik an den User zu bringen, und buhlen dort um erste Aufmerksamkeit. So manches unbekannte Schmankerl ist damit downloadbar - es muss ja nicht immer nur Britney Spears oder Robbie Williams sein.
Legale, aktuelle Musik aus dem Netz gibt es bei kostenpflichtigen Online-Servern. Schon seit längerem bietet E-Music (www.emusic. com) Lieder gegen monatlich zehn US-Dollar aus einem stattlichen Archiv an. Allerdings muss sich jeder User zu einem Abonnement von mindestens drei Monaten oder gar einem Jahr verpflichten, dafür gibt es dann keine Downloadbeschränkungen. Der Dienst bietet sogar eine 14-tägige freie Nutzungsmöglichkeit an. Eine interessante Alternative für all jene, die sich ohne schlechtes Gewissen Musik aus dem Cyberspace holen wollen.
Die wahren Erben des legendären Napster haben sich dagegen von der zentralen Struktur gelöst und setzen auf die Peer-to-Peer-Struktur (P2P). Diese zeigt sich als Spinnennetz mit einer Direktverbindung zwischen einzelnen Rechnern. Der Computerbenützer installiert eine Software auf seinem Rechner, diese gibt Teile der Festplatte frei und der User erhält stattdessen Zugang zu anderen Festplatten, die von potenten Suchmaschinen nach Dateien durchforstet werden. Hier ein Querschnitt über repräsentative Programme mit P2P-Technologie.

Der Brave

Der Audiogalaxy Satellite (www.audiogalaxy.com) ist vor allem für Liebhaber exotischer Musik interessant. Hier finden sich auch Gustostückerln weitab vom Mainstream-Pop, vor allem von vertraglosen Bands, denn Audiogalaxy hält sich streng an das Urheberrecht. Der Bedienungskomfort ist eher mäßig. Die Nutzung von Audiogalaxy funktioniert vorwiegend webbasiert. Trotzdem muss eine Software (Satellite) installiert werden, da über diese Anwendung der eigentliche Tauschvorgang abgewickelt wird.

Der ewige Geheimtipp

BearShare (www.bearshare.com) basiert auf dem Gnutella-Netzwerk, welches von einer losen Programmierergruppe entwickelt wurde. Suchergebnisse werden rasch angezeigt, das Herunterladen der Dateien läuft dann aber beträchtlich langsamer ab. Das Programm enthält eine nicht wirklich notwendige Chat-Software und ist auch in einer gebührenpflichtigen Version ohne Werbung erhältlich. BearShare ist eher zur zusätzlichen Verwendung empfohlen.

Das Stehaufmännchen

Nach kurzer Absenz kam Morpheus (www.morpheus.com) stark verbessert zurück. Die einfache Bedienung, ganz ohne störende Werbe-Pop-ups (nur dezente Werbebanner) und besonders die gute Suchfunktion machen das Programm empfehlenswert. Sie ermöglicht dem User, gleichzeitig in mehreren Sparten (Video, Audio, Bilder, Dokumente und Software) zu suchen. Gerade für Einsteiger ideal.

Das Allroundtalent

KaZaA (www.kazaa.com) hat viele innovative Funktionen in seine neue Software integriert. Wie bereits berichtet, versucht die Musikindustrie zeitweise durch angebotene manipulierte Dateien das System zu untergraben. Dem hält KaZaA nun mit der Möglichkeit, heruntergeladene Dateien zu bewerten, entgegen. So wird auch die Verbreitung korrupter Dateien unterbunden. Neben einer hervorragenden Suchfunktion mit Filtermöglichkeit bietet die Software auch eine breite Datenpalette samt integriertem Virenschutz. Penetrant ist KaZaA jedoch bei der Installation. Das Programm versucht zusätzliche, nicht benötigte Programme auf das System zu laden. Seien Sie daher vorsichtig und deaktivieren Sie diese Option.

Der Böse

Ein Senkrechtstarter unter den neuen P2P-Börsen ist eDonkey, denn der Filmspezialist hat wohl die zahlreichsten und neuesten Videos. Selbst aktuelle Kinofilme können bereits wenige Tage nach Kinostart geladen werden. Dies macht eDonkey jedoch rechtlich gesehen sehr bedenklich.

Sicherheitsmängel sind ein ganz großes Manko der neuen Technologie. Auf der Suche nach den verlorenen Schätzen des Internets holt sich so mancher Jäger aus dem Cyberdschungel viel Ungeziefer auf die Festplatte. Denn das Einspeisen von Viren und Trojanischen Pferden auf Ihre Festplatte ist über P2P-Systeme leicht möglich. Ebenso wird man durch das Preisgeben der IP-Adresse (geschieht beim direkten Kontakt) verwundbarer. Potenzielle Angreifer bekommen so deutlich mehr Möglichkeiten, um in Ihr System einzubrechen. Daher sollten Sie niemals ausführende Dateien mit folgenden Endungen aus diesen unsicheren Quellen öffnen: .bat, .pif, .exe, .scr.

Raoul Mazhar, Ärzte Woche 12/2003

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