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Praxis 11. Oktober 2006

Mit Links in den Sommerurlaub

Werden die richtigen Informationen vor einem Reiseantritt in ferne Länder gesammelt, kann im Ernstfall beträchtlicher Schaden abgewendet werden. Die richtige Recherche im World Wide Web bringt unglaubliche Ressourcen zu Tage.

In der letzten Ausgabe der Ärzte Woche wurden viele Informationsquellen beschrieben, die dem reisewilligen Internet-User bereit stehen, um das Reiseziel vorab kennen zu lernen. Ob Landeswährung, Routenbeschreibung, detaillierte Adressenabfrage oder statistische Fakten - im World Wide Web lässt sich fast alles finden. Selbst mit der Nationalhymne des Urlaubslandes kann der Fernwehgeplagte sich einstimmen. Ganz witzig, aber für eine Urlaubsreise sind noch andere Dinge von Belang.

Reisemedizinische Prophylaxe

Immer wieder lebensrettend können die richtigen medizinischen Informationen sein, und auch die finden sich im Internet. Beginnen sollte man, wie gewohnt, mit der Prophylaxe. Wer nicht krank wird, muss auch nicht behandelt werden, daher empfiehlt es sich, empfohlene und vorgeschriebene Impfungen für diverse exotische Länder rechtzeitig zu beachten. Gerade auf diesem Gebiet gibt es hervorragende Ratgeberseiten. Besonders userfreundlich ist das Zentrum für Reisemedizin (www.crm.de). Nicht nur mit Impftipps kann die gut aufgebaute Seite aufwarten, denn hier finden sich auch Ratschläge zur Reiseapotheke und topaktuelle Gesundheitsmeldungen (grassierende Epidemien, etc.).
Auch das österreichische Pendant (www.reisemed.at) dazu kann sich sehen lassen. Die Seite der Tropenmediziner Prof. Dr. Herwig Kollaritsch und Prof. Dr. Gerhard Wiedermann besticht durch einfache Bedienung, topaktuelle Informationen und hervorragende allgemeine medizinische Tipps. Empfehlenswert ist der reisemedizinische Infoservice des Tropeninstitutes München (www.fit-for-travel.de). Hier werden auch körperliche Ausnahmezustände besprochen, die nicht unbedingt zu den Erkrankungen gezählt werden, wie Jetlag und Reiseübelkeit.
Nicht unerwähnt bleiben darf natürlich die offizielle WHO-Seite (www.who.int/en/), denn hier muss nach brandaktuellen Hinweisen naturgemäß nicht lange gesucht werden. Ganz klar, dass Sie auf dieser Seite auch den Klassiker bei Diarrhoe auf Ihre Festplatte laden können - die einfach zubereitete WHO-Trinklösung, um den Flüssigkeits- und Salzverlust bei stark wässerigem Stuhlgang auszugleichen.
Zu den Topseiten zählt zudem die Seite des bekannten Bernhard-Nocht-Institutes in Hamburg (www.gesundes-reisen.de). Die Beschreibung wäre zu umfangreich, also unbedingt selber anschauen. Eine private und sehr ambitionierte Seite findet sich auf www.kaunzner.de. Leider wird diese nicht mehr auf dem letzten Stand gehalten. Doch als Linksammlung ist sie weiterhin sehr informativ. Auf fast allen genannten Seiten gibt es Ratschläge (auch für Medizinprofis) zum richtigen Packen der Reiseapotheke. Rezeptpflichtige Medikamente dürfen übrigens nicht überall eingeführt werden.

Wo ist die nächste Druckkammer?

Der Tauchsport ist schon lange zu einem Breitensport geworden. Trotz besserer Geräte und Tauchcomputer gehört ein Tauchunfall jedoch auch weiterhin nicht zum seltenen Ereignis. Gerade dann ist schnelle und professionelle Hilfe gefragt. Daher wird diese Seite (www.balticdivecenter.de/notfall.htm) allen Tauchbegeisterten dringend empfohlen. Dort wurden weltweite Notfalladressen samt nächstgelegenen Druckkammern in mühevoller Kleinarbeit gesammelt und gelistet.
Haben Sie dann den Urlaub endlich hinter sich gebracht und fühlen sich trotz der guten Tipps angeschlagen, dann nichts wie auf die Seite des renommierten Robert Koch-Institutes (www.rki.de). Hier gibt es Hinweise in Hülle und Fülle, mit welcher scheußlichen Krankheit Sie sich unter Umständen angesteckt haben könnten.
Und ein guter Tipp zum Schluss: Auch die beste Vorbereitung kann nur das Risiko minimieren, eine Garantie für einen unfallfreien Urlaub gibt es nie. Vergewissern Sie sich daher, dass Sie für allfällige Krankheit oder Unfall im Ausland mit einer Reiseversicherung gedeckt sind. Denn ein selbst finanzierter Ambulanzflug (www.oafa.at) schlägt sich empfindlich auf die Urlaubskassa der nächsten Jahre nieder.

Raoul Mazhar, Ärzte Woche 23/2003

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