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Praxis 11. Oktober 2006

Medizinische Online-Trainer im Visier

Computergestützte Lernsysteme bieten dem Arzt die optimale Möglichkeit, neben einem arbeitsintensiven Berufsalltag Fort- und Weiterbildung flexibel und nach einem individuellen Zeitplan zu konsumieren. Der folgende Überblick stellt besonders ergiebige Web-Adressen vor.

Unbestritten sind die Vorteile, die computergestützte Lernsysteme vielen Nutzergruppen bieten: ein zeit- und ortsunabhängiger Zugang zu Lerninhalten und ein selbstbestimmtes, interaktives Aneignen des Lernstoffes im Selbststudium. E-Learning interessiert ÄrztInnen vor allem dann, wenn es um ihre Fort- und Weiterbildung geht.
"Die Lehre wird zur multimedialen Dienstleistung: Gelernt wird interaktiv, adaptiv, jederzeit und überall", erklärt Prof. Dr. Jochen Bernauer, Arzt und Informatiker, Leiter des Studienganges Medizinische Dokumentation und Informatik an der Hochschule Ulm. Viele solcher e-Learning-Systeme laufen an Universitäten. Zum Teil werden diese Projekte aus öffentlicher Hand gefördert.

Wozu CBT und e-Learning?

Laut Robert Bauer und Tillmann Philippi, Herausgeber des Buches "Einstieg ins e-Learning" (BW Bildung und Wissen, 2001), gibt es drei gute Gründe für e-Learning:

  • Die Gesamtkosten für Weiterbildung können durch e-Learning deutlich gesenkt werden.

  • E-Learning erlaubt eine deutlich kürzere Kursdauer.

  • E-Learning führt zu gleichen oder sogar besseren Lernergebnissen als herkömmliche Methoden, die auf multimediale Wissensvermittlung verzichten.

Bei multimedialen Lernangeboten werden folgende Programmtypen unterschieden: Präsentations- und Browsersysteme, tutorielle Systeme und Simulationssysteme.

Therapeutische Maßnahmen üben

Für Präsentations- und Browser-Systeme sind ein statischer Text und Multimedia-Elemente charakteristisch. Tutorielle Systeme reagieren auf Aktionen des Lernenden helfend sowie beurteilend und streben einen dem Lernfortschritt angepassten Unterricht an. Simulationssysteme bilden typische Szenarien der ärztlichen Routine ab und geben den Nutzern die Möglichkeit, diagnostische und therapeutische Maßnahmen ohne Leistungs- und Zeitdruck zu üben.
Doch welche medizinischen Lernprogramme sind wirklich gut? Verschaffen Sie sich dabei einen Überblick auf den Produktlisten der einzelnen deutschsprachigen Universitäten. Empfehlenswert ist die Überblicksseite der deutschen Zentralbibliothek für Medizin, www. zbmed.de/a_digit/digit_multimedia. html (Uni Köln). Der User findet auf dieser Adresse eine Liste medizinischer Multimediaprodukte nach Fachdisziplinen geordnet. Ein weiterer Tipp ist die Abteilung für Unterrichts-Medien der Medizinischen Fakultät Bern, www.aum. iawf.unibe.ch/map/index.htm.
Einen guten Überblick verschafft die AG Medizin-Ausbildungs-Technologie (AGMA) der Justus-Liebig-Universität Gießen, www. med.uni-giessen.de/agma/. Fachlich wertvoll ist die med.Live-Datenbank des Computer-Based-Training Labors der Chirurgischen Universitätsklinik Heidelberg, http://129. 206.123. 189/medlive/ge/x1y1.html (Abb. 1). Ebenfalls empfehlenswert ist "LaMedica" des deutschen Bundesministeriums für Bildung und Forschung, www.lamedica.de/index. asp?bhcp=1 (Abb. 2), sowie das Multimedia-Lerncenter-Medizin der Universität München, http://mmlc. web.med.uni-muenchen.de/.

Userfreundliche Suche

Die Besonderheit des Heidelberger Servers des Hygiene Instituts besteht in der CBT-Datenbank (Computer Based Training), www. hyg.uni-heidelberg.de, wo Informationen über CBT-Systeme abgespeichert sind. Diese Datenbank kann über das WWW abgefragt werden. Es kann nun zwischen Fachgebiet, Sprache (englisch und deutsch), Hardware (Macintosh, PC, sonstige Rechnerplattform), Kategorie (Präsentationssystem, Simulationssystem etc.) und Medien (CD, Lehrbuch etc.) gewählt werden. Gleichzeitig ist es möglich, den Namen des Systems und des Entwicklers in die Suche einzugeben.
Ein Test, eigens für Sie gemacht: Als Fachgebiet wählen Sie Allgemeinmedizin, als Sprache deutsch, als Kategorie Tutorielles System, als Medium CD. Dann erhalten Sie sieben Suchergebnisse. Sie bekommen bei den einzelnen Suchergebnissen alles, worauf es ankommt: Ob die CD mit Animation, Sound und Video ausgestattet ist, welche Anforderungen an Ihren PC gestellt werden, wer sie entwickelt hat, wo sie vertrieben wird und natürlich auch, was sie kostet.

Cornelia Mayr, Ärzte Woche 31/2003

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